Während künstliche Intelligenz inzwischen Texte schreibt, Bilder baut und vermutlich heimlich schon die Kaffeemaschine duzt, melden sich ‘Reakton’ mit einer klaren Warnung zurück: „Never trust a robot.“ Der Satz steckt in „Zenobit“, einem von zwölf Titeln des dritten Albums „clip:clap:club“, das am 23. Oktober 2026 bei Electro-Shock-Records erscheint.
Nach einer längeren Ruhephase haben Robert Waters und Adriano Theel ihren Berliner Maschinenpark wieder hochgefahren. Das Duo bleibt seiner „Robotronic Music“ treu: präziser Synthie-Pop, maschinelle Rhythmen und der Chromglanz der Düsseldorfer Schule, der unweigerlich an ‘Kraftwerk’ denken lässt. Diesmal wird die Technik allerdings in den Club geschickt. Die zwölf Stücke sollen unter Kopfhörern ebenso funktionieren wie auf der Tanzfläche. Der Albumtitel klingt schließlich nicht nach einer Meditationsgruppe für ausrangierte Taschenrechner.
Inhaltlich betrachten ‘Reakton’ die Gegenwart erneut durch die Schutzscheibe des Labors. „Zenobit“ zielt auf unseren Umgang mit KI, während der abschließende Titel „Goot“ mit „Alles ist gut“, „Alles wird gut“ und „Alles war gut“ die Zeitachse durcheinanderwirbelt. Das Label hört darin stellenweise eine Hommage an ‘DAF’. Vor allem aber bleibt die Frage, wo wir zwischen Fortschrittsbegeisterung und digitalem Kontrollverlust eigentlich gelandet sind.
„clip:clap:club“ folgt auf „micro:macro:nano“ von 2022. Schon 2020 berichteten wir über die CD-Ausgabe des Debüts „Weltall:Erde:Mensch“, auf dem ‘Reakton’ Vernetzung, Daten und Technikfolgen mit trockenem Maschinenhumor behandelten. Die neue Platte setzt diese Linie fort, bewegt sich aber Richtung Nachtleben. Das Album erscheint als CD sowie über NFC-Karten mit digitalen Inhalten. Die offizielle Präsentation ist für die Electri_City_Conference in Düsseldorf angekündigt, die am 23. und 24. Oktober im Me And All Hotel stattfindet. Vorbestellungen sind bereits möglich. Die Maschinen laufen also wieder.