Wie spanische Medien berichteten, ist Szenelegende Bruno Kramm, Musiker von Das Ich, heute Morgen nach einem Konzert im spanischen Granada verstorben. Das Duo, das in den 1990er-Jahren wie kaum ein zweites die schwarze Szene prägte, spielte erst gestern sein erstes Konzert in Südspanien. Nach der Show kam es laut Medienberichten zu einem medizinischen Notfall, bei dem die gerufenen Rettungskräfte nur noch den Tod des 58-jährigen Musikers feststellen konnten.
Bruno Kramm war nicht nur eine prägende Hälfte des Duos Das Ich, sondern beeinflusste die Szene auch als Gründer des Labels Danse Macabre, das er 1989 in Bayreuth ins Leben rief. Als Komponist und Produzent formte er den charakteristischen Sound von Das Ich. Mit Danse Macabre gab er auch Künstlern wie Goethes Erben, Relatives Menschsein und Endraum früh eine Plattform. Als Herausgeber des Szenemagazins NEGAtief trug Kramm ebenfalls zu einer lebhaften Szene bei.
Sein künstlerisches Schaffen war kein rastloses Ausprobieren um seiner selbst willen, sondern von der Suche nach Ausdruck, gesellschaftlichem Diskurs und intellektueller Haltung getragen. Sein Engagement reichte über die Musik hinaus: Er setzte sich ebenso leidenschaftlich für Kulturpolitik, Urheberrecht und technologische Zukunftsfragen ein.
Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine unermessliche Lücke – auf den Bühnen dieser Welt, in den Studioräumen und in den Herzen unzähliger Fans und Weggefährten.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen sowie seinem langjährigen Weggefährten Stefan Ackermann.
„Wir üben heute schon den Tod von morgen – Dass einer Tod meint und doch vom Leben spricht.“
— Das Ich