Bockreiter: Spirits Of The Swamp: Teufelspakt mit Doom-Garantie

Bockreiter: Spirits Of The Swamp:...

Haltet die Ziegen fest, der Sumpf kocht! 'Bockreiter' haben mit „Spirits Of The Swamp“ ein Debütalbum in die Welt gesetzt, das nicht einfach veröffentlicht wurde, sondern eher wie ein verfluchter Brocken aus dem Morast geschleudert wirkt. Belgischer Black/Doom Metal trifft auf Teufelspakt, Buckrider-Legende und Riffs, die so schwer sind, dass selbst das Hochmoor kurz überlegt, ob es nicht lieber absackt. Erschienen ist „Spirits Of The Swamp“ bereits am 13. Mai 2026 über das belgische Underground-Label Abstruse Eerie Radiance. Und ja, der Titel hält, was er verspricht: Hier tropft, fault, knarzt und geistert es an allen Ecken. 'Bockreiter' klingen nicht nach sauber poliertem Studio-Grusel, sondern nach einer nächtlichen Prozession durch nasses Gehölz, bei der man irgendwann feststellt, dass die Laterne ausgegangen ist und hinter einem trotzdem noch jemand läuft. Sehr wahrscheinlich nicht der Paketbote.

Der Name der Band führt direkt in eine regionale Legende, die aus dem heutigen Nordosten Belgiens, dem Südosten der Niederlande und dem Westen Deutschlands stammt. Die sogenannten Buckriders sollen im 18. Jahrhundert als Banden von Gesetzlosen ihr Unwesen getrieben haben. Der Mythos behauptet, sie hätten einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, der ihnen Ziegen schenkte, auf denen sie durch den Nachthimmel ritten. Man muss zugeben: Für eine Bandbiografie ist das deutlich stabiler als „Wir haben uns in der Schule kennengelernt und mochten alle dieselben drei Platten“. Besonders finster wird es in der Erzählung um die Walpurgisnacht des Jahres 1740. Damals soll im Herzogtum Limburg ein Kloster von einer Buckrider-Bande überfallen worden sein. Einige ihrer Schlüsselfiguren verschwanden danach spurlos. Der Legende nach wurden sie heimlich wegen Hexerei hingerichtet und ihre Leichen in den Sümpfen der Hohen Venn entsorgt. Jetzt, so spinnt es „Spirits Of The Swamp“ genüsslich weiter, steigen diese Geister wieder aus dem Morast. Und sie sind offenbar nicht gekommen, um höflich nach dem Weg zu fragen.

Musikalisch übersetzen 'Bockreiter' diesen Stoff in eine fies mahlende Mischung aus Doom und Black Metal. Langsame, unheilvolle Pulsierungen drücken wie modrige Erde auf die Brust, während geisterhafte Melodien durch den Nebel schweben und aggressive Black-Metal-Riffs immer wieder die Friedhofsruhe zerreißen. Das Album lebt von Wut, Beklemmung, Trauer und diesem wunderbaren Gefühl, dass gleich etwas sehr Altes und sehr Unfreundliches aus dem Wasser steigt. Kurz gesagt: Wellness für Menschen, die Kerzen lieber schwarz kaufen. Gegründet wurde 'Bockreiter' 2018. In der Band tummeln sich aktuelle und ehemalige Mitglieder von 'Absolutus', 'Humanitas Error Est', 'Excavated', 'Spectre', 'Garden Of Decay' und 'Caligula'. Nach dem ersten Demo im Jahr 2021 folgten Live-Auftritte mit Bands wie 'White Ward', 'Devil Master', 'Lamp Of Murmuur', 'À Terre', 'Pothamus' und 'Wolvennest'. Für „Spirits Of The Swamp“ ging es ins Blackout Studio in Brüssel, wo Déhà Aufnahme, Mix und Mastering übernahm. Gastbeiträge kommen unter anderem von Michel Kirby von 'Wolvennest' und 'Satanic Witch', Aubry André von 'Excavated' und 'Neverlight Horizon' sowie von Déhà selbst.

„Spirits Of The Swamp“ ist damit kein nettes kleines Debütalbum, sondern ein schwer atmender, schlammverkrusteter Einstand mit eigener Mythologie, regionalem Gruselfaktor und ordentlich Gewicht im Gebälk. Wer Black/Doom Metal mag, der nicht nur dunkel klingt, sondern sich anfühlt, als hätte man ihn gerade aus einem verfluchten Moor gezogen, sollte bei 'Bockreiter' dringend ein Ohr riskieren. Am besten beide. Der Sumpf ruft schließlich nicht zweimal höflich an.

Medienkonverter.de

Wir verwenden Cookies zur Optimierung unserer Webseite. Details und Einstellungen finden Sie in der Datenschutzerklärung und im Privacy Center. Ihre Einwilligung ist jederzeit widerrufbar. Soziale Netzwerke & Drittanbieter-Inhalte können angezeigt werden. Mit „Alle akzeptieren“ stimmen Sie (widerruflich) auch einer Datenverarbeitung außerhalb des EWR zu (Art. 49 (1) (a) DSGVO).