Wer den Namen Fernando Honorato hört, denkt vermutlich zuerst an Principe Valiente – jene schwedische Band, die sich mit dramatischem Darkwave und shoegazigem Pathos einen festen Platz in der melancholischen Musiklandschaft erspielt hat. Doch jetzt betritt Honorato unter dem Namen 'Fernando's Eyes' eigenes Terrain und präsentiert mit „A Million Times“ eine erste Solo-Single, die tief in die Abgründe der menschlichen Psyche blickt – und dabei mit einer faszinierenden Mischung aus Zerbrechlichkeit und cineastischer Wucht punktet.
Veröffentlicht über Aaenaos Records, ist „A Million Times“ eine musikalische Reflexion über innere Kämpfe, Selbstzweifel, Ängste und das scheinbar endlose Wiederholen persönlicher Dramen. Statt einfacher Antworten liefert Honorato ein Klangbild, das zwischen zarten Synthieflächen, entschleunigtem Beat und sphärischem Gesang changiert. Man spürt in jeder Note, dass hier jemand nicht einfach Musik macht, sondern ein emotionales Tagebuch vertont – eines, das mal flüstert, mal klagt, mal trotzig aufbegehrt. Die Nähe zum Soundtrack eines 80er-Jahre-Films ist dabei kein Zufall: Honorato selbst beschreibt die Atmosphäre als stark beeinflusst von Blade Runner, und das dazugehörige Musikvideo unterstreicht genau das – mit Neonlichtern, futuristischen Schatten und einer unterschwelligen Melancholie, die an Retro-Sci-Fi erinnert.
Doch was dieses Projekt so spannend macht, ist nicht nur der Sound, sondern auch der künstlerische Mut dahinter. „Ich bin ziemlich aufgeregt über dieses neue Kapitel meiner künstlerischen Reise und darüber, mit neuen Arten des Songwritings zu experimentieren“, sagt Honorato. Und genau das hört man auch. Fernando's Eyes ist kein Abklatsch des bekannten Sounds von Principe Valiente, sondern eine Weiterentwicklung – intimer, persönlicher, experimenteller. Die Fragilität wird zum Stilmittel, das Zittern zur Stärke. „A Million Times“ ist damit mehr als nur ein erster Schritt – es ist ein atmosphärischer Auftakt für ein Projekt, das tief geht, ohne pathetisch zu sein, das mit Gefühl arbeitet, ohne kitschig zu werden, und das einem zeigt, wie schön es sein kann, wenn man sich im Nebel der eigenen Emotionen kurz verliert.
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