Eine beatlesesque Gitarre eröffnet das Album ‚Never Cry Another Tear’ und wird durch die charakteristische Stimme eines gewissen Bernard Sumner nach wenigen Sekunden zum wahren Britpop-Hero. Nicht unerheblich tragen dazu seine beiden Bandmates Phil Cunningham und Jake Evans bei, die eine straighte Verbindung in das bereits genannte Music-Genre der Neunziger haben. Mit ihren anderen Bands ‚Marion’ und ‚Rambo and Leroy’ fällt der Bezug dazu auch nicht schwer. Und so erwartet uns hier weniger Elektronik und viel mehr ein Album voller akustischer Gitarren und Background ‚Ah’s’ und ‚Oh’s’ des London kurz vor der Jahrtausendwende. ‚Sink and Swim’ hätte genauso gut von Hurricane #1 oder Cast sein können, beides Bands mit recht kurzer aber dafür umso prägenderer Historie. Zwar wirken die Songstrukturen der zwölf regulären Tracks bekannt, gerade so wie man sie liebt, die Umsetzung ist dann aber ganz anders als vielleicht erwartet, wenn man weiß, dass nicht nur Sumner, sondern auch Cunningham in der Band, die in diesem Review nicht genannt werden darf, seit 2004 mitgespielt hat. Schließlich konnte auch noch Stephen Morris dafür gewonnen werden in einigen Lieder an den Drums zu kollaborieren und so überrascht der konstant durchscheinende Pop-Appeal dann doch etwas, wo man mehr Indie-Verbundenheit erwartet hätte. Ungewohnt ist es, Bernard Sumner unterstützt von einem Bass zu hören, der nicht wie eine Gitarre verwendet wird, sondern durch ursprünglich dumpfe, tiefe Töne subtil unterstützt. Eingesammelt hat man, was Rang und Namen hat, denn das Bassspiel bei drei der Songs übernimmt Alex James, der dies bereits vor einigen Jahren erfolgreich bei Blur gemacht hat. Gerade das von ihm bezupfte ‚Walk on Silver Water’ ist dann auch ein Highlight der lockeren britischen Melancholie. All in all landen die drei Vollblutmusiker mit ‚Don’t cry another Tear’ irgendwo zwischen der rockigen Seite der Lightning Seeds und dem ruhigeren Output von Oasis. Zur Auflockerung trägt bei, dass auch Jake Evans mal das Micro in die Hand nehmen darf und den Lead bspw. beim traurig-schönen ‚Head Into Tomorrow’ übernimmt. Songs schreiben können die Herren, allerdings bleibt bzgl. der Umsetzung ein etwas blasses Bild zurück, denn vom hier Aufgenommenen gibt es doch allzu viele ähnlich produzierte Werke. Wirklich neuen, frischen Input haben die Herren leider nicht zu bieten, die Musik ist ok aber einfach ein wenig zu nett. Ich kann nicht sagen was es sit, aber die Magie die andere Bands aus Manchester groß gemacht hat, scheint hier verflogen zu sein. Wenn ich ehrlich bin, höre ich da dann doch im Zweifel lieber nochmal den Ruf der Sirenen. So und jetzt hab ich’s geschafft nicht einmal den Namen ‚New Order’ zu erwähnen. Oops!