Assemblage 23 - Failure

Assemblage 23 - Failure

Vor knapp zwei Jahren habe ich an dieser Stelle bereits das Debütalbum „Contempt“ von Assemblage 23 vorgestellt – ein Album, das damals schon ordentlich Eindruck hinterlassen hat. Und auch wenn der Titel des neuen Longplayers „Failure“ zunächst anderes vermuten lässt, ist hier eher das genaue Gegenteil der Fall: Mit diesem Release spielt sich das Projekt endgültig ganz weit nach oben – irgendwo zwischen Club-Euphorie und Electro-Ehrenhalle. Nicht von ungefähr sind Tracks wie „Purgatory“ oder „Anthem“ gefühlt über Nacht in die Playlists zahlreicher DJs geschossen. Das sind genau diese Songs, die sich nicht lange bitten lassen, sondern sofort funktionieren – auf der Tanzfläche ebenso wie im heimischen Dauerloop. Und es spricht wirklich alles dafür, dass auch „Failure“ wieder mehrere solcher Kandidaten ins Rennen schickt: „Naked“, „Disappoint“ oder „Divide“ bringen jedenfalls genau die Mischung aus Melodie, Druck und Wiedererkennungswert mit, die man sich wünscht.

Soundtechnisch hat Tom Shear nochmal eine deutliche Schippe draufgelegt. Die Einnahmen aus dem Debüt wurden hörbar sinnvoll in neues Studio-Equipment investiert – und das zahlt sich aus. Der Sound ist druckvoller, klarer, insgesamt deutlich präziser produziert und wirkt dabei gleichzeitig reifer und selbstbewusster. Man merkt einfach: Hier hat jemand nicht nur an den Schrauben gedreht, sondern genau verstanden, was seinen Sound ausmacht und wie man ihn weiterentwickelt, ohne ihn zu verwässern. Stilistisch bewegt sich Assemblage 23 nun noch ein gutes Stück näher an Bands wie VNV Nation und Covenant – ohne dabei auch nur einen Funken Eigenständigkeit einzubüßen. Genau das ist die große Stärke dieses Albums: Es fühlt sich vertraut an, ohne jemals beliebig zu wirken. Wer melodischen, emotional aufgeladenen und gleichzeitig clubtauglichen Electro schätzt, wird hier ziemlich schnell hängen bleiben.

Mein persönliches Highlight ist ganz klar „Divide“: „…My eyes divide the skies, my will brings down the moon and shatters it to pieces…“ – ein Refrain, der sich sofort ins Hirn fräst und dort auch erstmal bleibt. Große Geste, viel Gefühl und trotzdem genug Energie, um jede Tanzfläche in Bewegung zu setzen. Kurz gesagt: ein Track, bei dem garantiert kein Bein still bleibt. Zehn Songs befinden sich auf „Failure“ – und Ausfälle sucht man hier wirklich vergeblich. Das Album wirkt wie aus einem Guss, ohne Längen, ohne unnötige Experimente, dafür mit einem klaren Fokus und einer erstaunlichen Treffsicherheit. Eine mehr als gelungene Weiterentwicklung, die nicht nur das Debüt bestätigt, sondern es in vielen Bereichen sogar übertrifft.

Unterm Strich bleibt ein Album, das sich nicht nur problemlos in jede gut sortierte Plattensammlung einfügt, sondern dort ziemlich sicher auch häufiger den Weg zurück auf den Player findet. Verdiente 5 von 5Sternen.

Assemblage 23 - Failure
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