Rund um „Vergessene Pfade“ war im Archiv vorsorglich Absperrband angebracht. Darauf stand lediglich: „Erst nach 20 Jahren öffnen.“ Wir haben nachgerechnet – die Frist ist abgelaufen. Veit hörte „Vergessene Pfade“ vor 20 Jahren und hielt den Eindruck schriftlich fest. Heute prüfen wir nicht die Person, sondern öffnen noch einmal die damalige Perspektive. Die Sterne saßen damals ausgesprochen locker: 4,5 von 5 bedeuteten eine klare Empfehlung. Viel mehr Luft nach oben gab es nicht – außer vielleicht auf dem Dach der Redaktion.

Ein kurzer Blick in den damaligen Text zeigt, wohin die Reise ging:

Der Titel "Vergessene Pfade" des Debütalbums von Neun Welten klingt wie ein Versprechen, das bereits in Vergessenheit geratene Wissen wieder zu beleben, schon lange nicht mehr gegangene Wege zu beschreiten. Gleichzeitig verspricht der Titel aber auch etwas Neues, für den Hörer ungewohntes.

Ein Review beantwortet die Fragen seines Entstehungszeitpunkts. Ob wir heute dieselben Fragen stellen würden, ist mindestens so spannend wie die alte Antwort. Wir korrigieren die Vergangenheit an dieser Stelle nicht. Wir stellen sie noch einmal ins Licht, treten zwei Schritte zurück und beobachten, was sie heute mit uns macht. Wer die damalige Argumentation im Zusammenhang lesen möchte, findet sie im vollständigen Review. Dort stehen auch die Zwischentöne, für die dieser Rückblick bewusst nur die Tür öffnet. Hier geht die Vergangenheit weiter.