Welcher Musikfreund der härteren Klangefilde mit Weitblick über den viel sagenden Tellerrand kennt Sie nicht, die drei finnischen Cellisten samt Schlagzeuger, welche unter dem klangvollen Namen „Apocalyptica“ vor einigen Jahren für so manch überraschten Ersthörer sorgten? Das lag vor allem daran, dass das Quartett aus dem hohen Norden die bekannten Liedtitel von Genregrößen wie „Metallica“, „Slayer“ und „Rammstein“ nur mithilfe ihrer klassischen Instrumente handwerklich geschickt coverten und somit für großes Aufsehen sorgten. Was seinerzeit noch mit „Apocalyptica Plays Metallica By Four Cellos“ einen erfolgreichen Start in das Musikgeschäft einläutete, sollte noch bis hin zu Chartplatzierungen heranreifen. Ob jener Umstand gänzlich positiv zu verbuchen ist, sei der (hoffentlich) freien Meinung des Einzelnen überlassen. „Worlds collide“ bezeichnet sich der Titel des aktuellen Albums, welches neben „S.O.S.“, „Im not Jesus“ und letztlich „I dont care“ seine nun schon dritte Singleauskopplung mit sich bringt. Adam Grontier von den hierzulande kaum bekannten „Three Days Grace“, leiht den Finnen für ihr Titellied seine Stimme, wobei die Celli merklich im Hintergrund verweilen müssen. Diesen negativen Umstand kann auch der sanfte Klang von Grontiers Vokalorgan nicht gänzlich wettmachen, wenngleich dem Stück grundsätzlich eine gewollt traurig anmutende Stimmung anhaftet. Hier merkt man deutlich, dass die Wahl des Kanadiers die Richtige war. Zunächst beherrscht durch den Klang des Schlagzeugs kündigt sich mit „Severe Area“ ein zunächst behäbig wirkender Titel an. Das zweite und zugleich letzte Lied auf diesem kleinen Silberling ist eher durch die Celli dominiert und kommt ohne Gesang aus, besticht dafür aber mit harmonisch eingespieltem Klang, der sich allerdings etwas in die Länge zieht. Alles in allem ist dieser dritte Auswurf von „Worlds collide“ mit seinen zwei Liedwerken entweder nur ein Kleinod für linientreueste Anhänger von Apocalyptica, oder eine kostengünstige Einstiegsdroge in die Musikwelt der vier Herren aus dem nicht allzu fernen Finnland.