„Das neue Album ist fast fertig“ gehört zu jenen Sätzen, bei denen Musikfans vorsichtshalber noch keinen Urlaub für den Veröffentlichungstag einreichen. 'In Strict Confidence' haben diese Vertröstungsformel allerdings schon im Februar offiziell in Rente geschickt: Das Album sei fertig, verkündete die Band damals. Heute, am 16. Oktober 2026, bekommt die Ankündigung neues Gewicht. Mit „Fever“ veröffentlicht die Formation um Dennis Ostermann die erste Single des kommenden Albums. Der Herbst darf also seine Temperaturen behalten – für die musikalische Wärmezufuhr ist gesorgt.
Dabei fällt der Nachschub auf Bandcamp erfreulich umfangreich aus. Dort steht „Fever“ als acht Tracks starke Veröffentlichung mit insgesamt gut 34 Minuten Spielzeit bereit. Neben der Originalfassung gibt es Remixe von 'Controlled Fusion', Dennis Ostermann und 'Ash Code'. Hinzu kommen der „42° Mix“, der „Pyrogen Clubmix“, eine knapp sechsminütige „Extended Version“ und „Piano Voxless“. Ein Song, acht Ausführungen: 'In Strict Confidence' nehmen das mit der erhöhten Temperatur offenbar als Versuchsreihe ernst. Für die Band ist die Single der nächste Schritt in einem Veröffentlichungsjahr, das bereits am 27. Februar mit ihrer Interpretation von „Blasphemous Rumours“ begonnen hat. Den Klassiker von 'Depeche Mode' gab es digital und als limitierte Siebenzoll-Vinyl, begleitet von einem auf Island gedrehten Musikvideo. „Fever“ wird nun ausdrücklich als erste Single des bevorstehenden Albums angekündigt. Auch dazu soll es bewegte Bilder geben: Die offizielle Videopremiere auf YouTube ist für den heutigen 16. Oktober angekündigt.
Dass die Gruppe mehr im Werkzeugkasten hat als eine verlässlich arbeitende Nebelmaschine, lässt sich seit Jahrzehnten verfolgen. 1996 erschien „Cryogenix“ beim damaligen Electro-Label Zoth Ommog. Mit Veröffentlichungen wie „Face The Fear“ und „Love Kills!“ sowie Songs wie „Industrial Love“ und „Zauberschloss“ festigten 'In Strict Confidence' anschließend ihren Platz in der dunklen elektronischen Musik. Zum Selbstverständnis gehören dabei ebenso die aufwendig gestalteten Bildwelten: Dennis Ostermann und seine Mitstreiter denken Musik seit Langem auch als visuelles Gesamtpaket.
Wie weit sich die eigenen Stücke dabei verwandeln lassen, zeigte zuletzt besonders eindrücklich „Mechanical Symphony“. Für die 2023 veröffentlichte Sammlung wurden bekannte Songs orchestral und mit cineastischem Anspruch neu interpretiert. Auch bei Medienkonverter haben wir das Werk ausführlich besprochen: Unsere Rezension würdigte vor allem die individuellen Arrangements und das Zusammenspiel von Elektronik und Klassik. Wer die Band zuletzt in diesem Breitwandformat verfolgt hat, bekommt mit „Fever“ nun einen konkreten Anlass, den Blick auf das kommende Studiokapitel zu richten. Einen Albumtitel oder Veröffentlichungstermin nennt die aktuelle Singleankündigung noch nicht. Bis dahin liefert „Fever“ zumindest reichlich Material zum Überbrücken: Original, Remixe, Langfassung und eine Variante ohne Gesang. Das ist für einen ersten Vorboten eine ziemlich gut bestückte Einladung, sich wieder ausführlicher mit 'In Strict Confidence' zu beschäftigen. Die Formulierung „fast fertig“ braucht dafür jedenfalls niemand mehr.
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