A forest of stars – Stack overflow in corpse pile interface

A forest of stars –...

Auch wenn die Band nicht die Musik produziert, die ich mir zu jeder Tageszeit gut zu Gemüte führen kann: Ich bin ein großer Fan der Briten A forest of stars. Ihr Sound ist so besonders und damit wertvoll im härteren Metal Bereich und ihre Live-Auftritte unterstreichen dies so sehr. Für mich zeichnet man immer wieder vom Sound her das Bild einer Amateur-Theatertruppe, die von Dämonen besessen versuchen, doch noch etwas Schönes zu erschaffen, während der Wahnsinn immer mehr Einzug erhält. Gerade die Alben ‘A shadowplay for yesterdays’ und ‘Beware the sword you cannot see’ sind unglaublich gute, kompakte Werke sanfter Schönheit und wahnhafter Hysterie, die ich immer wieder gerne weiterempfehle und für mich genieße. Das letzte Album aus dem Jahr 2018 ‘Grave mounds and grave mistakes’ konnte diese Qualität nur in Maßen halten und so endete ich meine damalige Kritik mit den Worten “Eventuell bringt ein sechstes Album wieder ein klareres Profil, ich hoffe ein wenig darauf, dass die Band sich wieder von zu viel Ruhe abwendet und nocheinmal eine Schippe mehr Mühen in ihre Paradedisziplin fließen lassen: dem hysterischen Black Metal Theater.”

Acht Jahre sind nun also vergangen und voller Hoffnung und Vorfreude lauschte ich dem Promomaterial von Album Nummer sechs ‘Stack overflow in corpse pile interface’. Und was soll ich sagen – die sieben MusikerInnen haben sich Zeit genommen und “Ascension of the clowns” und “Street level vertigo” starten genau so, wie ich A forest of stars liebe. Ein druckvoller Sound, Violinenspiel und sanfte Keyboards, die im krassen Kontrast zu Gitarren und Drums stehen, die bisweilen brachial auf den Hörer einwirken. Und über allem thront Mister Curses großartiger Gesang, der so überdreht, wahnhaft und vielschichtig ist. Oft hat man das Gefühl, dass er selbst getrieben ist von Dämonen, die an ihm zerren. Dabei gehen A forest of stars selten geradlinig vor, ihre Lieder sind Achterbahnfahrten durch unterschiedlichste Melodien und Momente, Gefühlsschwankungen die wirklich bewegend auf den Hörer einwirken. Man reist innerhalb eines Songs durch Black Metal, Prog und Psychedelic Rock, Folk-Elemente und baladeske Rock-Momente, schöner Frauengesang, ambientartige Ruhemomente und ganz oft Stimmungswechsel in eine Dramatik, die zumindest mich immer wieder physisch spürbar bewegen. “Roots circle usurpers” und das abschließende “Not drinking water” bewegen mich auch zutiefs und selbst die beiden nicht erwähnten Titel sind gut, wenn auch nicht sehr gut. Wobei ich dies auch nur unter Vorbehalt sage, denn je öfter ich “Mechanically seperated logic” höre, desto mehr erfreue ich mich zum Beispiel an dem Part ab Minute drei, wenn aus einem ruhigen Akustic-Part mit Flüstern ein dramatisches und bedrohliches Riff einsetzt.

Man bekommt eine echte emotionale Achterbahnfahrt, ein vielschichtiges Theaterstück und eine Band, die es wieder geschafft hat, ihre Hochphase aufleben zu lassen. Ja, eventuell kann das vorliegende Album als ‘mehr vom Guten’ bewertet werden, aber Dank des einmaligen Sounds, der die Band einzigartig macht, ist mehr gerade gut genug für meinen Bedarf an solcher Musik. Ich freue mich sehr, denn 2026 überbieten A forest of stars alle musikalischen Qualitäten des Vorgängers (den ich an keiner Stelle als schlecht bewerten würde, nur eben nicht als so gut, wie andere Werke) und ich wünsche mir für die Band, dass noch mehr Menschen lauschen werden. Und ich persönlich würde mich sehr über ein Wiedersehen freuen, denn live ist das Ganze nochmal ein Stück beeindruckender, weil man dann auch noch den Wahnsinn optisch mitverfolgen kann.


A forest of stars – Stack overflow in corpse pile interface

Prophecy Productions / 08.05.2026


https://a-forest-of-stars.bandcamp.com/



1. Ascension Of The Clowns
2. Street Level Vertigo
3. Mechanically Separated Logic
4. Roots Circle Usurpers
5. Sway, Draped In Vague
6. Not Drinking Water




A forest of stars – Stack overflow in corpse pile interface
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