Es ist dieser Moment kurz vor dem Loslassen, wenn Spannung nicht mehr gehalten, sondern genutzt wird. ‘HÉR’ machen aus genau diesem Zustand Musik und übersetzen ihn in „Going Down“ in einen stoischen, erdigen Puls, der sich langsam festsetzt und nicht mehr locker lässt. Der Track stammt vom frisch veröffentlichten Debütalbum Monochrome, das seit dem 30. Januar 2026 via Season of Mist erhältlich ist, und erscheint nun mit einem begleitenden Musikvideo.
„Going Down“ versteht Abstieg nicht als Scheitern, sondern als bewussten Weg nach innen – und wieder hinaus. Statt klassischer Songdramaturgie setzen ‘HÉR’ auf Wiederholung, Körperlichkeit und einen Groove, der mehr schiebt als erklärt. Tiefe Percussion und basslastige Strukturen greifen ineinander, alles wirkt reduziert, aber maximal fokussiert. Die Stimmen fügen sich rhythmisch ein, das mantraartige „yo ho“ funktioniert weniger als Text, sondern als kollektiver Atem, der den Song trägt. Inhaltlich bleibt vieles offen, aber genau darin liegt die Stärke. Sänger und Texter Maciej Świniarski beschreibt „Going Down“ als beharrlichen Kampf um Selbstverbesserung, als tiefes Graben durch innere Dunkelheit, um sich daraus zu lösen und weiterzuentwickeln. Diese Idee wird nicht ausformuliert, sondern durch Wiederholung spürbar gemacht. Bedeutung entsteht hier nicht durch Worte, sondern durch das Dranbleiben.
Im Kontext von Monochrome markiert der Track einen klaren Moment der Entladung. Wo andere Stücke stärker nach innen gerichtet sind, bringt „Going Down“ Bewegung ins Album und erdet die kontemplativen Passagen mit roher, gemeinschaftlicher Energie. Für Geiger und Mitgründer Tomasz Chyła ist der Song zudem ein emotionaler Schlusspunkt, da er als letzter speziell für das Album entstand und dessen langen Entstehungsprozess bewusst abschließt – mit hörbarer Erleichterung und einem Gefühl von Ankommen. Monochrome ist ab sofort erhältlich. Das Musikvideo zu „Going Down“ steht jetzt online bereit. Ansehen!
„Going Down“ von ‘HÉR’: Wenn Bewegung zur Befreiung wird
Stromschlag aus dem Untergrund: „Rage“ von ‘Damage Control’ und ‘Leæther Strip’
Der Januar verabschiedet sich mit ordentlich Hochspannung – und zwar nicht nur draußen an den Strommasten, sondern auch aus den Boxen. ‘Damage Control’ melden sich nämlich mit ihrer neuen Single „Rage“ zurück und liefern damit einen ersten, ziemlich unmissverständlichen Vorgeschmack auf das kommende Album „Oblivion Grid“, dessen Veröffentlichung bereits in den Startlöchern steht. Erschienen ist der Track am 30. Januar 2026, via Metropolis Records – und ja, das passt wie der berühmte Tritt auf den Verzerrer.Schon das Artwork setzt die Marschrichtung: gespiegelte Strommasten, kalte Farben, indus...
Haeminum - Hérésie
Frankreich hat in Sachen harscher Elektronik ja schon oft bewiesen, dass Kälte, Präzision und Stil keine Gegensätze sein müssen. Haeminum knüpft mit der EP 'Hérésie' genau daran an – allerdings ohne jedes Bedürfnis nach Zugänglichkeit oder erklärender Geste. Schon das reduzierte, fast entrückte Artwork deutet an, wohin die Reise geht: weg von Szene-Klischees, hin zu einem kontrollierten, streng gedachten Klangraum.Musikalisch bewegt sich 'Hérésie' souverän im Spannungsfeld von klassischer 'Dark-Elektro' und kantigem 'Electro-Industrial', mit einer deutlich technoiden Strenge im rhythmischen Fu...