Irgendwann hat jeder diesen Song zum ersten Mal gehört – im Club, auf Kassette oder viel zu laut über Kopfhörer. „Boys Don’t Cry“ ist kein Track, den man aktiv sucht, sondern einer, der einen findet. Und genau deshalb fühlt es sich nur folgerichtig an, dass The Cure ihm 2026 noch einmal ganz offiziell die Bühne überlassen. „Boys Don’t Cry (86 Mix)“ erscheint nämlich nochmals am 24. April 2026 und nochmal kuratiert digital sowie parallel als limitierte 12"-Single auf Vinyl. Anlass ist natürlich das 40-jährige Jubiläum des Albums Boys Don’t Cry aus dem Jahr 1986 – ein Release, das für viele bis heute der zugänglichste Einstieg in den Cure-Kosmos geblieben ist. Ja, das sind wirklich schon vier Jahrzehnte. Nein, man muss sich deshalb nicht alt fühlen. Vielleicht ein bisschen.
Dabei begann alles deutlich früher. 1979 kam „Boys Don’t Cry“ als eigenständige Single auf die Welt – nervös, minimalistisch, leicht schief und genau deshalb so charmant. Später wurde der Song zum Titelsong der US-Version von Three Imaginary Boys und entwickelte sich langsam, aber äußerst hartnäckig zum Dauerbrenner. Der große Feinschliff folgte jedoch erst 1986, als Robert Smith beschloss, den Song noch einmal anzufassen. Neuer Gesang, neuer Mix, neue Wirkung – veröffentlicht als „New Voice • New Mix“ auf 7"-Vinyl bei Fiction Records, mit „Pillbox Tales“ auf der B-Seite. Für viele Fans ist das bis heute die Version schlechthin.
Genau dieser 86er Mix steht nun im Mittelpunkt der Jubiläumsveröffentlichung. Für 2026 wurde er von Matt Colton neu remastered – hörbar klarer, ohne den typischen Cure-Charme glattzubügeln oder nostalgisch zu überzuckern. Je nach Edition wird das Release um klassische B-Seiten wie „Plastic Passion“, „Pillbox Tales“ und „Do The Hansa“ ergänzt. Kein Remix-Zirkus, keine Modernisierungs-Akrobatik, sondern respektvolle Pflege eines Songs, der sich nie aufgedrängt hat und trotzdem immer da war. „Boys Don’t Cry“ hat es geschafft, gleichzeitig Popgeschichte, Clubklassiker und emotionales Allgemeingut zu sein. Und während sich 2026 vieles schneller denn je verbraucht anfühlt, beweist dieser Song einmal mehr: Gute Musik altert nicht. Sie bekommt höchstens bessere Pressungen.
Ein Song wird erwachsen: ‚The Cure‘ und die lange Reise von „Boys Don’t Cry“
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