Im Juni veröffentlicht 'Schnallo' die neue EP „doom generation“ – und macht dabei kurzen Prozess mit allem, was am Vorgänger „White fluffy“ noch geschniegelt wirkte. Statt polierter Darkwave-Ästhetik gibt’s diesmal rohen Druck, Lo-Fi-Charme und ein Soundbild, das sich eher nach Notwendigkeit als nach Konzept anfühlt.
Hinter 'Schnallo' steht Kimi Recor, die gemeinsam mit Live-Mitstreiter Justin Deaktivere an den vier Tracks gearbeitet hat. Neu und sofort hörbar: Gitarren. Nicht als hübsches Beiwerk, sondern als lärmender Gegenpol zu Synths und Drum Machines. Das Ergebnis klingt kantiger, direkter und deutlich unberechenbarer als zuvor – fast so, als hätte jemand die Studiotür offen gelassen und einfach laufen lassen. Die EP bewegt sich thematisch mitten durch den Maschinenraum unserer Gegenwart: Kontrolle, Systeme, innere und äußere Zwänge. „It Follows“ zieht langsam die Schlinge zu, „Destroyer“ reißt sie wieder auf, während der Titeltrack „Doom Generation“ wie ein flackernder Blick in eine kaputte Gegenwart wirkt. „Wir Sind Frei“ beschließt das Ganze mit einem Finale, das weniger Erlösung als ein vorsichtiges Loslassen andeutet.
Mit dem klar gesetzten Release-Date am 11. Juni 2026 ist „doom generation“ nicht nur die nächste Veröffentlichung von 'Schnallo', sondern auch ein bewusst roher Gegenentwurf zum Debüt – und ein weiterer Beweis dafür, dass dieses Projekt lieber aneckt, als sich glattzubügeln. Fein!