Zwischen Rückblick und Neustart: ‘Destroy Me Again’ kündigen „Fill The Void“ an

Zwischen Rückblick und Neustart: ‘Destroy...

Best-Of-Alben haben ja immer so ungefähr den Ruf von Büro-Kaffee: praktisch, aber selten aufregend. ‘Destroy Me Again’ haben sich aber offenbar gedacht: „Das können wir schlimmer machen“ – und liefern mit „Fill The Void“ das genaue Gegenteil. Keine einfache Sammlung alter Highlights, sondern eine radikale Neuinterpretation des eigenen Materials, die eher wie ein zweites Debüt wirkt als wie ein Blick zurück.

Am 15. Mai 2026 erscheint das Album als limitierte Digipak-Edition – und schon jetzt wird klar: Hier wird nicht einfach nur recycelt. Zehn Jahre nach den ersten musikalischen Gehversuchen von Frontmann Timo Revna und rund drei Jahre nach der finalen Umbenennung in ‘Destroy Me Again’ nimmt die Band ihre eigene Geschichte auseinander, wirft sie in den Studio-Schredder und baut sie von Grund auf neu zusammen. Produzent Kay LaNoise und Soundengineer Rico Suchatzki haben dabei offenbar nicht nur ein bisschen an den Reglern gedreht, sondern gleich den kompletten Maschinenraum ausgetauscht. Jeder einzelne Track wurde meiner Recherche nach neu produziert und remastert, ausgewählte Songs bekamen sogar frische Vocal-Aufnahmen spendiert. Das Ergebnis ist kein „Ach ja, den kenn ich doch“-Moment, sondern eher ein „Moment mal, war das schon immer so gut?“.

Mit dabei sind Fanlieblinge wie „Retox“ und „Wish There Was A Drug“, aber auch prägende Stücke wie „Carrousel“, das tief mit der Band-DNA verwoben ist. Besonders spannend: Sängerin Ginny setzt auf Tracks wie „Relic“, „Coma“ und „Darken“ zusätzliche emotionale Marker und verpasst dem Album eine neue Dynamik, die über bloße Neuauflagen hinausgeht. Und dann wären da noch diese 18 Songs. Ja, achtzehn. Das ist nicht einfach nur umfangreich – das ist fast schon ein kleiner Marathon durch die eigene Diskografie, nur eben ohne den Staub alter Aufnahmen. „Fill The Void“ ist damit kein klassisches Best Of, sondern wohl eher so etwas wie eine Art musikalischer Reboot mit Erinnerungslücken – und genau das macht es so reizvoll. Wer hier auf Nostalgie hofft, bekommt vermutlich eher eine ziemlich frische Ohrfeige serviert. 

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