Lange nachdem Within Temptation mit ihrem neuen Album wieder die Charts von hinten aufgeräumt haben, möchte auch ich wieder meine Wertung zu der CD preisgeben. Nachdem bisher jede Rezension zu dem holländischen Quartett mit vielen, äußerst verschiedenen Kommentaren bewertet wurde, bin ich dieses Mal schon im Voraus auf die Meinung unserer Leser gespannt. Zumal oft die bisher doch recht hohen Bewertungen von einem Teil der Leser kritisiert wurden. Auch ich bin eigentlich kein Fan solcher Musik, aber deswegen möchte ich keineswegs das Talent und die Arbeit der Band voreilig beurteilen. Denn was Within Temptation bisher abgeliefert haben war Beweis genug für ihre Qualitäten. Ein ganzes Album anzuhören habe ich mir vorerst dennoch recht anstrengend vorgestellt. Umsonst… „The Silent Force“ ist ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Album. Anfangs wie gewohnt heroisch und prunkvoll wird das Album zum Ende hin etwas poppiger und balladesk. Alles in einem gut gemischten Verhältnis. Wobei die Balladen ebenso hörenswert sind wie die massenkompatiblen, bombastischen Werke a la der Vorabsingle „Stand my Ground“. Meine Zweifel betrafen aber vorerst vor allem den Nervfaktor von Sharons Stimme. Nein, das ist nicht böse gemeint. Ich finde ihre Stimme wahnsinnig schön und zudem sehr professionell. Aber gerade dieser spezielle Hauch von Oper oder Musical ließ mich etwas skeptisch sein. Aber auf „The Silent Force“ beweist Sharon zudem die Vielseitigkeit ihrer Stimme. Und wenn Sharon dann von einem „Sparkling Angel“ singt, dann mag man meinen sie sei selbst ein funkelnder Engel. Einen besonderen Favoriten auf dieser CD zu finden ist recht schwer. Die Vielseitigkeit der Songs macht die Entscheidung schwer. Als Anspieltipp werde ich einfach einen der klassischen Songs und eine Ballade nennen. Damit könnte man sich ein ungefähres Bild von dem machen, was einen auf gut 64 Minuten „The Silent Force“ erwartet. Mit „ Jillian“ habe ich mich für einen der besonders bombastischen Songs mit den bekannten keltischen Elementen entscheiden. Nach einem heroischen Intro folgt ein Wechsel von recht besinnlichen Strophen und einem rockigeren, musikalisch gewaltigen Refrain. Einige Klänge aus dem Songintro erinnern mich an das große Kampffinale in „Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“. Ein wahres Déjàvu. Für die Gruppe der Balladen habe ich mir „Pale“ als repräsentativen Vertreter ausgesucht. Dieser Song ist eine Kombination aus Soundtrackmusik, einem Orchester und Sharons (mal wieder) bezaubernd schöner Stimme. Perfekt zum Abschalten und Träumen. Damit endet meine Rezension ein weiteres Mal mit einem guten Ergebnis für die Goth-Rocker. Elf gut produzierte Songs, eine Menge verschiedenster Musikelemente, bezaubernde Vocals und ein Multimedia-Track sollten dafür Rechtfertigung genug sein.