Was uns verbindet, reißt uns entzwei – Kira Skov zwischen Trauma, Trost und TV-Drama

Was uns verbindet, reißt uns...

Nein, das hier ist kein kitschiger Familienabend mit Keksen und warmem Kakao. 'What Ties Us Together – Will Keep Us Apart', das neue Album von Kira Skov, erscheint am 16. Mai auf Stunt Records und taucht tief in die emotionale Erbschaft ein, die Familien weitergeben – mit all den verschwiegenen Traumata, schrägen Erzählungen und dieser ungreifbaren Stille zwischen den Generationen. Entstanden ist das Ganze ursprünglich als Soundtrack zur dänischen Fernsehserie Generationer, aber wie das bei richtig guten Alben so ist: Man merkt ihm das Konzeptuelle nicht an. Es steht für sich. Stark, still, eindringlich.

Die in Rødovre aufgewachsene Skov, eine der faszinierendsten Stimmen Dänemarks, hat mittlerweile 16 Soloalben auf dem Buckel und mit Größen wie Tricky, Trentemøller und John Parish gearbeitet. Und während andere sich vielleicht gern mit dem Erbe ihrer musikalischen Helden schmücken, gräbt Kira lieber im eigenen Stammbaum. Was sie dort findet, ist Stoff für mindestens eine griechische Tragödie – oder eben ein grandios melancholisches Album. Da wäre etwa ihr Vater, der Geschichten erzählte, die so tragisch wie filmreif waren – von toten Freunden, verlorenen Geschwistern, Krebserkrankungen im fernen Schweden. Nur: Nichts davon stimmte. Und trotzdem wurden diese erfundenen Episoden Teil der Familiengeschichte. Kira beschreibt es als eine Art Prophezeiung – die erfundenen Geschichten wurden zu realen Mustern, die sich später tatsächlich wiederholten. Gruselig? Vielleicht. Aber eben auch künstlerisch ergiebig.

Co-produziert von ihrem langjährigen Partner Silas Tinglef (der auf dem Album gleich mal die meisten Instrumente spielt), ergänzt durch Streicher von Maria Jagd, Synth-Bass von Trentemøller und Skovs rau-samtene Stimme, ist dieses Werk keine leichte Kost – aber dafür umso lohnender. Jeder Song klingt wie ein aufgeschlagenes Tagebuchkapitel, sei es das fragile „Look Inside“, das kämpferische „Scream It Out“ oder das wütend-hymnische „It Ain’t Pretty“, das Ageism den Mittelfinger zeigt. Skov singt über das, was Familien lieber verschweigen: Scham, Abwesenheit, Weitervererbung von Schmerz und die leise Hoffnung, dass man es vielleicht, nur vielleicht, beim nächsten Mal besser macht. Wer genau hinhört, wird spüren, wie tief diese Songs gehen – und wie viel Wahrheit in erfundenen Geschichten stecken kann.

Was uns verbindet, reißt uns entzwei – Kira Skov zwischen Trauma, Trost und TV-Drama
Eingebettete Inhalte nicht verfügbar
Dieser Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du der Verwendung externer Cookies und Inhalte von Drittanbietern nicht zugestimmt hast. Um das Video/Bild/etc. zu sehen, kannst du deine Cookie-Einstellungen hier anpassen. Weitere Informationen zu den verwendeten Diensten und deren Datenschutzpraktiken findest du in unserer Datenschutzerklärung. Vielen Dank für dein Verständnis.

Medienkonverter.de

Wir verwenden Cookies zur Optimierung unserer Webseite. Details und Einstellungen finden Sie in der Datenschutzerklärung und im Privacy Center. Ihre Einwilligung ist jederzeit widerrufbar. Soziale Netzwerke & Drittanbieter-Inhalte können angezeigt werden. Mit „Alle akzeptieren“ stimmen Sie (widerruflich) auch einer Datenverarbeitung außerhalb des EWR zu (Art. 49 (1) (a) DSGVO).