LOVEPARADE 2007 - seit 1989 wird die größte Openair Veranstaltung in der Hauptstadt gefeiert. Nach 17 Jahren Party an der Sieges Säule, zieht die Parade in diesem Jahr nach Essen. Damit ein Stück Berlin, auch in der neuen Heimat, erhalten bleibt, wird die Abschluss-Kundgebung am Berliner Platz stattfinden! Auch die Heimat der offiziellen LOVEPARADE - Compilation ist in diesem Jahr eine Neue. Ministry of Sound, das erfolgreichste Dance Label der Welt, veröffentlicht ein noch nie da gewesenes Paket: 2 CD's mit DVD plus 60seitigem LOVEPARADE GUIDE, so zitiere ich mal von der Homepage des Labels. Die Loveparade ist vorbei, ich habe kaum was von mitbekommen und kann mich somit ganz neutral diesem Sampler widmen. Mein Motiv diesen zu reviewen lag darin, dass ich einfach neugierig war, wie sich der Sound heutzutage so anhört, der auf dieser Massenveranstaltung gespielt wird. Ich selber habe eine CD von Sven Väth ("Accidents In Paradise") und kenne einige ältere Techno Tracks, abgesehen von den Techno-beinflussten Sachen aus der "schwarzen" und Electro Szene. Somit dürfte klar sein, ein Experte bin ich nicht. Das "lustige" aber ist, meiner Meinung nach gibt es gar nicht viel Techno auf dieser Veröffentlichung (kicher). Das meiste ist nämlich mit "Gesang" und ziemlich poppigen Feeling, einiges würde ich eher in die Kategorien R´n´B (?) oder kommerziellen Vocalhouse einordnen. Schlagt mich, wenn ich da falsch liege, das sind nicht meine Spezialgebiete. Wer sich wundert, warum der "Gesang" mit Gänsefüßchen versehen ist, dem sei gesagt, es ist überwiegend grauenhaftes Gejaule. Da gibt es auch nicht viel zu beschönigen. CD1 zweimal angehört, dann nochmal im Schnelldurchgang: Da ist kein (in Worten KEIN) Stück darauf, dass mir richtig gut gefällt. Wenn nicht der "Gesang" alles kaputtmacht, dann langweiliges Geblubber, nervige hohe rave Sounds und irgendwie kraftlos klingende Beats - häh? Ist bei Techno nicht grade ein harter Beat und Bass wichtig?? Tjo, CD2 schon besser: Da gib es zwei Liedchen die mich in Maßen ansprechen: No. 5 "Fairmont", ein nettes Instumental (puh!) wo allerdings zuviel nervige Klimperklänge untergebracht wurden und No. 12 - der altbekannte Westbam. Dieses Stück hat mal ein paar mehr Elemente wie eine gefilterte untechnomäßig klingende Drumloop und eine recht schmissige Lead Melodie spendiert bekommen, leider aber auch hier unnötige weibliche Vocals. Dabei habe ich allgemein eine Schwäche für Frauengesang, aber nicht in der ART! Tja, einige der Lieder mögen immerhin als Hintergrundberieselung brauchbar sein.... Als Schreiberling bin ich immer ein Typ der versucht noch was positives auch an durchschnittlichen bis eher schlechten VÖs zu finden. Sei es eine gute Spiellänge, eine herausragende Produktion oder Artwork. Ebenso bin ich gewillt bei Newcomern oder kleinen hoffnungsvollen Indie Labels mal ein Auge zuzudrücken. Trifft aber alles hier nicht zu. Wenn das die Zukunft des Technos sein sollte - ja dann aber gute Nacht. Diese 2 CDs kommen komplett mit einer DVD und einer Loveparade Broschüre, die mir beide nicht vorliegen.