Die Bar Lounge Classics Reihe hat sich inzwischen zum Standard im Genre entwickelt und ist bestimmt kein Geheimtipp mehr. Da steht drauf was drin ist, auch wenn man die Unterschrift regelmäßig wechselt… Auf der vorliegenden Chill Out Edition sind 32 Tracks enthalten, die zur Untermalung in der Cocktailbar durchgängig geeignet sind. Beim aktiven Zuhören allerdings offenbaren sich schnell die Schwächen, die in Form von Füllmaterial in regelmäßigen Abständen auftauchen. Schön ist es, dass man bei der vorliegenden Version auf viel aktuelles Material zurückgreift und nicht wie bei den ersten Ausgaben fast ausschließlich in der Klassiker-Kiste wühlt und damals einen Track sogar peinlich, peinlich auf zwei verschiedenen Volumes präsentierte. Kommen wir zu den herausstehenden Tracks dieser Ausgabe. Immer wieder schön, wenn stimmliche Größen gut neu abgemischt werden. In diesem Falle sind es Billy Holiday und Nina Simone, die bemüht werden, das typische Verve-Feeling aufkommen zu lassen. Sphärisch gut auch die vier Beiträge vom Elektrolux-Label, allen voran Guardners ‚Everybody Needs’ und gleich dahinter ‚Nautik’ von IndexID. Vom letzten Orb Album wurde der gefällige aber vielleicht nicht innovativste Track ‚Beautiful Day’ ausgewählt, trotzdem aber noch vorne mit dabei. Richtiges Lounge-Feeling im Breitformat mit Streichern und anderen Flächen aus der musikalischen Zauberkiste bekommt man bei ‚Ziggy’ von Stempf (was ein Name!). Mit Mo Horizons und Groove Armada sind dann auch die alten Bekannten dabei, wobei die Letzteren mit ‚Soundboy Rock’ einen Ragga-Muffin-Beitrag beisteuern, der meiner Meinung nach so gar nicht auf einen Chill-Out-Edition passt. Dazwischen, leider, die bereits erwähnten etwas nichtssagenden Füller… Wer mehr von der bewährten Hintergrund-Beschallung der Vorgänger-Volumes haben möchte und dafür auf viel Innovation verzichten kann, mag hier bedenkenlos zuschlagen. Diejenigen, die jedoch im Chill-Out/Lounge-Bereich bereits mit einigen Samplern ausgestattet sind, sollten sich eher mal die Zeit nehmen ein paar reguläre Releases anzutesten um die Töpfe am heimischen Plattenherd mal mit neuem, exotischeren Gut zu bestücken.