TourdeForce - LNLB (2026) Remixes EP

TourdeForce - LNLB (2026) Remixes...

Hinter „LNLB“ steckt „Leaving Nothing Left Behind“ – ein Titel für den schwarzen Gürtel im Missmut. 'TourdeForce' liefern mit ihrer „LNLB (2026) Remixes EP“ allerdings einen Electropop, der mich musikalisch ausgesprochen gut gelaunt zurücklässt. Die Welt darf in den Texten gern untergehen, solange die Melodien noch eine Zugabe bekommen.

Das italienische Projekt um Christian Ryder bewegt sich irgendwo zwischen Electro-Wave und feinem Synthpop. Die am 5. Oktober 2026 über My Owl Music erschienene EP bündelt sechs Stücke aus limitierten CD-R-Beigaben zum Album „Leaving Nothing Left Behind“, das am 27. Februar veröffentlicht wurde und bei Tesco auch auf CD erhältlich ist. Die EP macht dieses Material nun gesammelt digital zugänglich.

Was mich überzeugt, ist die Verbindung aus moderner, frisch klingender Produktion und tollen Melodien. Der Gesang kommt glasklar zur Geltung, die Songs besitzen Ohrwurmcharakter und bleiben im Kopf, wenn der Player längst Pause hat. Gerade diese Eingängigkeit gibt dem sorgfältig produzierten Electropop für mich einen hohen Wiederhörwert. Ich höre gern wieder rein – und entdecke hier ein Release, das aus der Masse heraussticht.

Mein Favorit ist dabei eindeutig „LNLB (Dante Virgili Mix By TourdeForce)“. Diese Fassung würde ich zuerst anspielen: Hier kommt für mich besonders gut zusammen, was mich an der EP begeistert – die frische Produktion und der melodische Reiz, der zum Wiederhören einlädt. Christian Ryder hat den Mix selbst erstellt; Lisa Duse ist laut Info noch irgendwie mit einer Lesung beteiligt. Zum „LNLB“-Single-Mix nennt der Album-Begleittext frühe 'VNV Nation' als stilistischen Vergleich. Mein Favorit gehört aber zur hier besprochenen separaten Remix-EP.

Neben dem „Single Mix“ und dem Remix von 'Simo' stehen zwei Cover: „Voix Sans Issue“ von 'Christophe', gesungen von Roberta Usardi und das auf einem Song von 'Robert Parker' basierende „’35 Again“. Die alternative Fassung „Le Dernier Des Bellini (Quiet)“ führt außerdem zurück zu „Vargtimmar“. Damit bietet die EP über die drei „LNLB“-Varianten hinaus auch Einblicke in andere Facetten des Projekts.

Schon unser Review zu „Jedem Das Seine“ von 2014 lobte die Musik und kritisierte zugleich die damaligen historischen und politischen Bezüge. Dieser ältere Text bleibt als Hintergrund zum Projekt lesenswert. Musikalisch ist „LNLB“ für mich eine erfreuliche Entdeckung: eingängig, modern produziert und mit dem entscheidenden Effekt, dass ich anschließend mehr von 'TourdeForce' hören möchte. Für vier Euro oder mehr auf Bandcamp ist das ein Nachschlag, der erfreulich wenig nach Resteverwertung klingt.

TourdeForce - LNLB (2026) Remixes EP
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