Wenn so ein besonderes und spezialisiertes Label wie Galakthorrö einen neuen Künstler oder ein neues Projekt in seine Künstler-Riege aufnimmt, ist es immer wieder spannend, wie sich diese neue Musik in den strikt begrenzten Klangkosmos dieses Labels einfügt. Im Falle von Dan Serbanescu aus Bukarest passt es nahezu perfekt. Sein musikalisches Projekt Tanz Ohne Musik scheint geradezu für Galakthorrö geschaffen zu sein und nur darauf gewartet zu haben, dass das Label an die Tür klopft. Tanz Ohne Musik hat bereits einige Tonträger veröffentlicht. Das neue Album “Infinity” zelebriert Angst Pop par excelence. Analoge Synthesizer graben tiefe Furchen in den musikalischen Untergrund, ohne dabei jedoch zu viel Staub aufzuwirbeln. Stets melodiös und dennoch trocken und unterkühlt präsentiert Tanz Ohne Musik Songs, die sowohl für die Tanzfläche taugen, als auch den heimischen Plattenspieler beglücken, sofern man eines der bereits ausverkauften Vinyl-Exemplare ergattern konnte. Aus seiner Musik hält Dan Serbanescu allen unnötigen Ballast fern, lässt Beat und Melodie-Sequenzen umeinander tanzen und reduziert selbst seinen Sprechgesang oft nur auf das notwendigste. In “Silence Is Golden” hört man deutliche Referenzen an die Musik der 80er und den EBM der frühen 90er, wofür allein schon der tuckernde Beat sorgt. Ähnlich verhält es sich mit dem Song “Hold”, der durch seine Unterkühltheit ein wenig an Cabaret Voltaire erinnert. Dem gegenüber stehen Songs wie “Inside Outside” oder “Awake”, denen das Gefahrenpotential in Form von reinem Angst Pop anzuhören ist. Die Stimmung dieser Songs der zweiten Albumhälfte ist generell deutlich kühler als die der ersten Songs. “Emptiness” lässt mit ozillatorischem Brummen und Zischen jegliche Temperatur entweichen und steuert dem Nullpunkt entgegen. “Infinity” wirkt wie ein Sommerregen: Formvollendet und anregend. Aber bei längerer Betrachtung wird einem kalt. Ein tolles Album!