Ein pechschwarzer Hintergrund. Die dichte Dornenhecke rankt sich unüberwindlich in die Höhe, umrahmt die kostbare Blüte auf ihre ganz eigene zärtlich-morbide Art, um den Schatz in der Mitte zu beschützen: Das Rosenherz. Blutrot erstrahlt es. Sinnlich, verführerisch und intensiv zieht die Rose in ihren Bann, lockt ihre Bewunderer schleichend ins Verderben, ist sie doch lange nicht so unschuldig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Längst bilden sich filigrane Blutstropfen an den vollen Blütenblättern und lassen erahnen, welch’ finstere Intention diese Rose wirklich verfolgt. Schaut man genauer hin, offenbart sie ihr wahres Gesicht…

Jene schaurig-schöne Szenerie beschreibt das wunderschöne Artwork des neuesten Streichs aus dem Hause Spielbann und verrät eine ganze Menge über die jüngste Platte des charismatischen Gothic-Rock-Ensembles: „Die Ballade von der ‚Blutigen Rose‘“. Verschiedenste Märchen und Erzählungen, bekannte und unbekannte, hat sich die Ausnahmeband genommen und in ihrem schwarzen Düsterkosmos neu gekleidet, auf spezielle Art und Weise vertont, dabei ungewöhnliche Perspektiven und Blickwinkel geschaffen und letztendlich in eine individuelle, immens anziehende und faszinierende Form gegossen. Textlich auf höchstem Niveau, von mitreißender Bildsprache gezeichnet, gleichermaßen emotional und bewegend, werden zehn Geschichten neu erzählt und interpretiert.

Eines ist schon jetzt in Stein gemeißelt: Sich den verführerischen Klängen Spielbanns zu entziehen, entpuppt sich als unmögliches Unterfangen. Die Melange aus druckvoll-treibenden Momenten und jener zutiefst berührenden Melancholie und Tristesse lassen „Die Ballade von der ‚Blutigen Rose‘“ zu einem virtuosen Kleinod für das schwermütige, dunkle Herz avancieren. Worte, die die Seele in Aufruhr bringen und dann wieder sanft streicheln. Jene kontrastreiche Poesie beherrschen Spielbann perfekt. Geschichten von finsterer Intensität, dabei aber voller märchenhafter Schönheit sind es, die das Gothic-Rock-Ensemble erzählt und somit etwas Einzigartiges entstehen lässt. Gekrönt wird die Klangkunst der fünf individuellen Charaktere durch den Wechselgesang von Seb Storm und der bezaubernden Nic Frost; zwei Stimmen, die nicht besser miteinander harmonieren könnten. Niemals waren Märchen verführerischer, als „Die Ballade von der ‚Blutigen Rose‘“.