Sep7ember nennen es Hard Pop, was sie da seit einigen Jahren machen. Der Vierer aus Frankfurt am Main zieht nun mit „Different kinds of rain“ in eine weitere Albumrunde und bieten alles in allem eine solide Scheibe.

Es ist schwierig: Ja, man braucht viele Bands, jeder sollte Musik machen, wenn es ihm Freude bereitet und ich bin verdammt froh, dass der Markt nicht durch Label- und Vermarktungsdruck auf wenige standardisierte große Namen begrenzt ist. Doch wenn ich nun zu schreiben versuche, warum man sich vorliegendes Album von Sep7ember zulegen sollte, dann fällt es mir schwer, mehr zu sagen als dass sie professionelle, nette aber auch wenig besondere Musik machen. Ich würde da eher an Alternative, Indie und vor allem Rock denken, bei dem an sich fast alles stimmt, insbesondere die melodisch klagenden Gitarren, die an neuere Editors erinnern, Interpol etc und das schöne, schnörkellose Drumming. Produktion und Melodien: alles professionell und ich kann keinen Ausfall benennen. Aber eben auch keinen Hit. Es ist halt alles nett und man hat es oft genug gehört. Reinlauschen kann man in eigentlich alles, ich rate zum kühlen „I can dance“ in Verbindung mit den folgenden, sanft-schmachtigen „Happy new year“ um einen guten Eindruck vom Album zu erhalten. Die Coverversion von "These boots are made for walkin'" geht durch den Mut zum Experimentieren als positiver Albumabschluss voll in Ordnung. Der größte Kritikpunkt ist für mich schlussendlich nicht das fehlen echter Hits sondern der etwas kraftlos-nasale Gesang. Immer den richtigen Ton treffend mag ich die Stimme einfach nicht gerne hören.

Ein deutliches „An keiner Stelle schlecht, aber nie mehr als solide-gut“. Luc Stargazer, die mit ihrem Debut in einem durchaus nicht allzuweit entfernten musikalischen Kosmos spielen, empfand ich als in allem Punkten ein wenig besser bei ähnlicher Problemlage, Sep7ember sind aber sicherlich eine klasse Live-Band und werden ihre Fans haben. Auf einem Silberling muss man ihre Musik aber nicht unbedingt besitzen.