Da gibt es Bands die sich viel Zeit nehmen, um aus einer Idee Wirklichkeit zu machen. Und dann gibt es bez|kres – ein Projekt, das seit 2006 anfangs noch als Schatten durchs Ideenreich schlich, um nun im Frühjahr 2025 mit voller Wucht und tiefschwarzem Herz zu landen. Das gleichnamige Debütalbum bez|kres erscheint am 23. Mai via Pagan Records und verspricht nicht weniger als eine melancholische Meditation in sechs Akten – verwoben aus Post-Punk, Darkwave und dem kühlen Geist der polnischen Zimna Fala.
Schon der im April erschienene Vorbote dogłos ließ aufhorchen: karg instrumentiert, aber emotional aufgeladen wie ein Liebesbrief in einer Geisterstadt. Mit hallender Gitarre, flüsterndem Gesang und einem Taktgefühl, das direkt ins Nebelherz trifft, zeigte der Track klar, wohin die Reise geht: durch Hallräume der Erinnerung, entlang minimalistischer Pfade, vorbei an allem, was überflüssig ist. Die Band – oder vielleicht eher das Konzept bez|kres – spielt bewusst mit Sprache und Bedeutung. Die sechs Stücke auf dem Album tragen Titel wie nagłos, śródgłos, pogłos oder bezgłos – und tatsächlich klingt das alles wie eine gut komponierte Stille, die langsam beginnt, Stimmen in sich zu sammeln. Aufgenommen wurde zwischen 2023 und 2024 in den Studios Czyściec (Omen Nomen!) und JIG, mit klanglicher Finesse von Nihil (ja, der Nihil – bekannt für seine Arbeit mit Furia und Morowe), der Mix, Master und atmosphärisches Feingefühl beisteuerte.
Was bez|kres hier liefern, ist keine normale Debütplatte – es ist ein atmosphärischer Zustand, ein musikalisches Vakuum mit Nachhallgarantie. Ein Soundtrack für jene Momente, in denen der Strom ausfällt, aber man trotzdem nicht allein ist.
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