In Zeiten, in denen Musiker*innen zwischen Spotify-Statistiken und Self-Promotion-Wahnsinn zerrieben werden, zieht sich 'Josienne Clarke' einfach in eine Hütte im schottischen Nirgendwo zurück – und liefert von dort ein musikalisches Manifest, das so roh, ehrlich und eindrucksvoll ist, dass es fast wehtut. 'Far From Nowhere', so heißt ihr neues Album, erscheint im Herbst 2025 auf dem Label 'Corduroy Punk' und verspricht nichts weniger als totale künstlerische Entblößung.
Wer beim Begriff “Hütte im Wald” jetzt an das Klischee vom Isolation-Album denkt, bekommt sofort Gegenwind von Clarke selbst. Es geht ihr nicht um Eskapismus oder Retro-Romantik, sondern um ein bewusstes Sich-Entziehen der kapitalistischen Verwertungskette. Das Album sei, so Clarke, ein trotziges “Jetzt erst recht!” auf die Miseren der Musikindustrie – aufgenommen auf Tonband, mitten im Wald, mit nichts als ihrer Stimme, einer Gitarre und dem Mut zur Verletzlichkeit. Die erste Single Tiny Bird’s Lament ist ab sofort draußen – ein fragiler, berührender Song, der mit übereinandergeschichteten Gesängen an Vogelrufe erinnert und zeigt, wie Clarke mit minimalen Mitteln maximale Emotion erzeugt. Dazu gibt’s sogar einen Film: Deluded, gedreht von Alec Bowman_Clarke, begleitet die Entstehung des Albums und ist derzeit auf Festivals zu sehen. Ab 30. November gibt’s den Streifen dann auch für alle Daheimgebliebenen.
Clarke singt nicht über Freiheit – sie lebt sie, Song für Song. Wer also mal wieder wissen will, wie Musik klingt, wenn sie nicht auf Algorithmus-Klickzahlen hin produziert wurde, sondern aus einem existenziellen Bedürfnis heraus entsteht, sollte sich Far From Nowhere vormerken. Und sich jetzt schon ein Taschentuch für den ersten Durchlauf von Tiny Bird’s Lament bereitlegen.
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