Schallsystem - Runde Zwei

Schallsystem - Runde Zwei

Wir haben uns 'Runde Zwei' von 'Schallsystem' angehört – und der Weg dorthin war fast spannender als die ersten Minuten Musik. Auf 'Discogs' findet man zu 'Schallsystem' fast keine Informationen. Eine Websuche läuft auch erstaunlich schnell ins Leere, und auch auf 'YouTube' stößt man im Grunde nur auf einen Namen: 'Dystopic Media'. Das Label versteht sich hier als unabhängiger Game- und Mixed-Media-Vertrieb, Musiklabel und E-Book-Publisher für Horror, surreale Fiction, Dark Ambient, alternative Musik, Retro-Games und alles, was ein bisschen schief, düster oder unbequem ist. Inspirationen kommen aus B-Movies, Film Noir, Science-Fiction, Lovecraft und diesen seltsamen Zwischenräumen, in denen man sich nicht ganz wohlfühlt – aber trotzdem stehen bleibt. Nun, mehr Kontext zu 'Schallsystem' gibt es nicht. Keine Bandgeschichte, keine Interviews, keine Selbsterklärung - zumindest haben wir nichts gefunden. Also sind wir dort gelandet, wo man am Ende ohnehin landet: bei 'Bandcamp'. Und das ist auch ganz passend, denn hier kann sich bekanntlich jeder selbst einen eigenen Eindruck verschaffen – ohne Filter, ohne Einordnung von außen. 'Runde Zwei' ist dort seit dem 27. Januar 2026 verfügbar. Anhören, wirken lassen, selbst entscheiden.

Der erste Eindruck kommt vom Cover – und das macht erst einmal ordentlich 'Lärm', zumindest visuell. Ein muskulöser Mann schreit, als hätte sich jahrelanger Druck in einem einzigen Moment entladen. Man erwartet aggressive Vocals, vielleicht sogar Geschrei im musikalischen Sinne. Und dann die kleine Ironie: 'Runde Zwei' ist komplett instrumental. Kein Gesang, kein Gebrüll, kein Flüstern. Der Mann schreit – die Musik bleibt stumm. Stattdessen setzt 'Schallsystem' auf rohe, rhythmusbetonte elektronische Musik. Die Beats sind kantig, mechanisch und treiben die Tracks voran, ohne je wirklich auszubrechen. Alles wirkt stark auf Bewegung und Wiederholung ausgelegt, mit einer klaren Vorliebe für trockene Percussion, industrielle Klangfarben und einen bewusst ungeschliffenen Sound. Das fühlt sich direkt, ehrlich und angenehm schnörkellos an.

Gleichzeitig zeigt sich beim Durchhören doch recht schnell eine Kehrseite dieser Konsequenz. Viele Stücke folgen ähnlichen Mustern, bauen ihre Spannung auf vergleichbare Weise auf und unterscheiden sich eher im Detail als im Grundkonzept. Was einzeln betrachtet noch stimmig ist, sorgt über die Albumlänge hinweg für gewisse Längen. Die Musik läuft konstant durch, bleibt dabei aber selten überraschend. Meine persönliche Meinung: Ich mag den rohen Ansatz und auch den kompletten Verzicht auf Gesang. Das ist konsequent und passt gut zur Atmosphäre. Auf Dauer fehlt mir jedoch Abwechslung. Ich habe gemerkt, wie ich zwischendurch gedanklich aussteige – nicht, weil mich das Album nervt, sondern weil es mich nicht dauerhaft festhält. Es drückt, es groovt, es funktioniert – aber es zieht mich nicht komplett rein.

'Runde Zwei' von 'Schallsystem' ist also ein ganz ordentliches, ehrliches Release für Fans instrumentaler, rhythmusgetriebener Elektronik mit rauem, industriellem Einschlag. Wer genau diese Art von Musik sucht, sollte sich selbst ein Bild machen und wird hier möglicherweise solide bedient. Für mich persönlich aber bleibt das Album eher so im Mittelfeld. Die fehlende Variation sorgt für spürbare Längen, und trotz klarer Haltung fehlt mir der Moment, der wirklich hängen bleibt. Wir kennen 'Runde Eins' nicht und verspüren ehrlich gesagt auch keinen großen Drang, das nachzuholen. Sollte irgendwann eine 'Runde Drei' erscheinen, werden wir vermutlich verzichten. Die zweite Runde war okay, mehr braucht es für uns im Moment aber nicht.

Schallsystem - Runde Zwei
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