Scab. Die ersten Assoziationen, die mich bei diesem Wort heimsuchen, sind Milben, Asseln und Krätze. Der Wikipedia-Suchmaschine ergeht es da ganz ähnlich. Wie aufbauend. Nichtsdestotrotz gereichte dieses Wort vier Jungs aus München als Bandname. Warum auch nicht. Scab sind also ein junges Quartett, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, unsere Ohren einmal mehr mit Pop Punk zu beschallen. Mit „Our Time“ haben sie ihr bisher zweites Studioalbum am Start. Als erste Single wurde „Where The Freaks Are At“ ausgewählt. Zusammen mit „On So Straight“ und zwei älteren Songs vom Debütalbum „The Difference Between Us“ bestreitet der Track also die EP. Schon bei den ersten Akkorden des Tracks drängt sich der Gedanke auf, dergleichen schon einmal gehört zu haben. Richtig! Scab sind nur eine von vielen Bands, die auf der Pop Punk-Welle von Bands wie Green Day, Blink 182 und Konsorten mitreiten. So klingen auch die Songs. Ganz netter Pop mit gewollt trotzigem Gesang, der im Gegensatz zu dem der Kollegen nicht überzeugen kann. Sänger Roman gehört wohl nicht unbedingt hinters Mikro. Ein eher dünnes Stimmchen, das mit Background Unterstützung im Chorus ganz okay klingt, aber allein eher verloren wirkt. Ebenso einfallslos wirken die Tracks. Alles verschwimmt sehr schnell im Einheitsbrei. Laut Roman verbinden Scab „anarchistisch“ angehauchte Sauftexte mit einer sehr plakativ, politischen Grundhaltung. hust Klingt sehr nach pubertärem, unausgegorenem Wannabe-Attitude. Und das spiegelt sich auch in der Musik wieder. Ein reichlich lauer Aufguss von Pop Punk-Zutaten, die in der Mischung eher übel aufstoßen, als Wohlgefallen auslösen. Wer auf der Suche nach einem deutschen Duplikat von Sum 41 & Co ist, wird hier fündig. Aber Vorsicht: spätestens nach dem dritten Song könnte unter Umständen Langeweile aufkommen!