Es ist der 12. Februar 2001. Während wir schlechte Klingeltöne für 3,99 DM per SMS bestellten, uns mit quietschendem 56k-USRobotics Modem ins Internet einwählten und geduldig darauf warteten, dass ein 4-Minuten-MP3 in gefühlten drei Werbepausen herunterlud, zählte jemand ganz laut „Eins, zwei, drei, vier…“ – und plötzlich war alles anders. Keine Streaming-Algorithmen, keine Playlists, kein „Release Radar“. Musik bedeutete: in den CD-Laden gehen, das Booklet studieren, die Disc vorsichtig in den Player schieben und hoffen, dass der Discman im Bus nicht springt. Und mitten in dieser analogen Digital-Übergangszeit veröffentlichten ‘Rammstein’ genau am 12. Februar 2001 ihre Single „Sonne“. Das war damals keine einfache Veröffentlichung. Das war eine Druckwelle!
Damals wurde „Mutter“ offiziell noch als „neues Album“ angekündigt – ein Satz, der heute wie eine Zeitkapsel wirkt. Auf der Single fanden sich neben der Originalversion auch eine Instrumental-Fassung, zwei Clawfinger-Remixe (K.O. und T.K.O.) sowie „Adios“. Die CD-Maxi-Single bot fünf Tracks, die 2-Track-Version nur zwei – und sorgte ganz nebenbei für ein Nerd-Detail, das man 2001 ernsthaft diskutierte: „Adios“ lief auf der Maxi 3:51, auf der 2-Track 3:48. Drei Sekunden. Damals Stoff für Fachgespräche im Plattenladen, heute wahrscheinlich eine Fußnote im Algorithmus. Unser Review auf medienkonverter.de vom März 2001 hatte die Wucht bereits erkannt. Wir schrieben über die Monumentalität, über dieses hypnotische Zählen, über die Mischung aus Schwere und Hymne. Und ja, wir waren begeistert. Zu Recht. „Sonne“ war kein typischer Vorbote – es war ein Statement. Ein Song, der mit minimalen Mitteln maximale Wirkung erzielte: ein simples, schweres Riff, ein stoischer Beat, Lindemanns markante Stimme. Keine Spielereien. Nur Druck.
Interessant ist auch die Entstehung: Ursprünglich soll „Sonne“ wohl angeblich als Einmarschmusik für Vitali Klitschko gedacht gewesen sein. Stattdessen wurde daraus eine der prägendsten Industrial-Metal-Singles überhaupt. Und das Video? Ein düsteres Schneewittchen-Märchen mit Bergbau-Ästhetik – MTV rotierte es rauf und runter, während wir noch mit Fernbedienung bewaffnet auf „Play“ warteten. 25 Jahre später ist klar: „Sonne“ ist kein nostalgisches Relikt. Der Song funktioniert immer noch. Auf Festivals, in Clubs, im Wohnzimmer. Dieses Zählen hat sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Während Technik sich von Discman zu Streaming gewandelt hat, bleibt dieses Riff zeitlos. Wenn man unser altes Review heute liest, merkt man: Die Begeisterung war echt – und sie war berechtigt. „Sonne“ hat 2001 eingeschlagen. Und sie scheint 2026 immer noch verdammt hell.
Medienkonverter.de
Rammstein: 25 Jahre „Sonne“ – Fünf Tracks, ein Monument
Emotionaler Höhenflug im Future-Pop: ‘Beyond Border’ präsentieren „Let Me In“
Der Release-Freitag am 20. Februar 2026 steht ganz im Zeichen pulsierender Synths und großer Emotionen. Während draußen noch Wintergrau und Regen dominiert, liefern ‘Beyond Border’ aus Hildesheim den passenden Soundtrack für innere Aufbrüche – und der trägt den programmatischen Titel „Let Me In“. Es ist die mittlerweile vierte Single aus dem kommenden Album Aftermath, das am 27. März 2026 erscheinen wird und das finale Kapitel der „Welcome To The Future“-Trilogie markiert.„Let Me In“ ist kein Song für halbe Sachen. Der Track baut sich mit hochfliegenden Melodien und einem spürbar aufwärtsdräng...