'Omen Code' drücken nicht auf „Play“, sie treten sozusagen eher die Tür zum Serverraum ein. Mit der neuen digitalen EP 'Seizure' legt Kevin Gould nach dem gefeierten Debüt 'Alpha State' ein wuchtiges EBM-Statement vor, das nach Bitcrush, Bassgewalt und elektronischer Endzeit riecht – also genau nach dem Stoff, bei dem der Dancefloor freiwillig die Sicherheitsbeleuchtung einschaltet. 'Alpha State' erschien schon am 5. Dezember 2025 und markierte den Einstieg von 'Omen Code' in eine Welt aus dunklem EBM, industrieller Kälte und dystopischem Kopfkino. Nun folgt mit 'Seizure' die nächste Ansage: kompakter, direkter, dreckiger. Kevin Gould selbst beschreibt die EP als aktuelles Statement in Sachen „code driven EBM“ – und ja, das trifft es ziemlich gut. Hier wird nicht lieb geblinkt, hier flackert der Serverraum im Takt.
Der Titeltrack 'Seizure' ist laut Gould ein „hammering chunk of bit crushed aggression“ – also grob übersetzt: ein elektronischer Vorschlaghammer mit Zahnausfall, Bassdruck und nervös zuckender Stimme. Die Beats schieben mit finsterem Nachdruck, die Bässe wummern wie schlecht gelaunte Maschinen im Keller, während synthetische Töne durch die Luft schneiden, als hätte jemand die Zukunft mit einem rostigen Skalpell geöffnet. Dancefloor-tauglich ist das allemal, aber eben eher für jene Sorte Tanzfläche, auf der Nebelmaschine, Stroboskop und Endzeitstimmung gemeinsam Überstunden machen.
Dass 'Omen Code' mit ihrem Sound bereits Eindruck hinterlassen haben, zeigte die Resonanz auf 'Alpha State'. Chaindlk.com sah in der Formation einen aufstrebenden Stern am EBM-Himmel und lobte die dunklen, körnigen Industrial-Sounds sowie die dystopische Atmosphäre. Monkeypress.de hob die Verbindung aus Vergangenheit und Zukunft hervor und verwies auf Goulds Historie bei 'Johnson Engineering Co.' und 'Electro Assassin'. Auch Ecki Stieg von 'Grenzwellen' fand große Worte für das Debüt und beschrieb die Musik als perfektes Futter für finstere Zukunftsvisionen und dunkle Tanzflächenmomente. Mit 'Seizure' bestätigen 'Omen Code' nun, dass 'Alpha State' kein einmaliger Systemstart war, sondern eher der Beginn einer größeren, schön bedrohlich blinkenden Maschine. Wer seinen EBM gerne kalt, kantig, cineastisch und mit ordentlich Stromschlag im Rückgrat serviert bekommt, sollte diese EP nicht nur hören, sondern besser gleich mit Schutzbrille betreten.
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