Wer bei Musik reflexartig nach Bass, Beats oder wenigstens einem schüchternen Synth sucht, dürfte bei 'Undirheimar' kurz innehalten – und dann feststellen: Tja, Pech gehabt, das wahr wohl nix. Mit „Utisetur I“, das am 15. Mai 2026 via Cyclic Law erscheint, wird nicht einfach ein neues Album veröffentlicht, sondern eher ein akustisches Experiment gestartet, das sich irgendwo zwischen spiritueller Grenzerfahrung und „Warum fühle ich mich plötzlich beobachtet?“ bewegt.
Das kanadische Ritualprojekt legt mit seinem sechsten Werk den Grundstein für eine geplante Trilogie – und entscheidet sich direkt für den kompromisslosesten Einstieg: komplette Instrumenten-Abstinenz. Keine Synth-Flächen, keine versteckten Klangteppiche, nicht mal ein freundliches Ambient-Brummen im Hintergrund. Stattdessen besteht „Utisetur I“ ausschließlich aus geschichtetem Obertongesang. Stimme auf Stimme, Lage auf Lage, bis sich ein Klanggebilde formt, das gleichzeitig hypnotisch und leicht unheimlich wirkt – wie ein Chor aus einer anderen Realität, der sich aus Versehen in unsere eingeschlichen hat. Crazy.
In sechs Tracks entfaltet sich das Album als durchgehendes Ritual, inspiriert von der alten Praxis der Utiseta. Klingt erstmal nach Räucherstäbchen und esoterischem Kalender – entpuppt sich hier aber als erstaunlich wirkungsvolle Klangreise. Jeder Abschnitt fühlt sich wie eine eigene Phase an: mal meditativ, mal drängend, mal so dicht, dass man fast vergisst, dass da „nur“ Stimmen arbeiten. Genau darin liegt auch die Stärke von 'Undirheimar': Die Reduktion wirkt nicht wie Verzicht, sondern wie ein bewusstes Freilegen dessen, was Klang eigentlich kann. Und ja, das ist definitiv kein Album für den Tanztee. Wer hier auf Play drückt, sollte im Idealfall nicht gerade parallel Mails beantworten oder versuchen, die Steuer zu machen – es sei denn, man möchte seine Excel-Tabelle plötzlich als spirituelle Offenbarung interpretieren. „Utisetur I“ verlangt Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit einer Sogwirkung, die sich langsam, aber sicher entfaltet.
Für Sammler gibt’s das Ganze in streng limitierten physischen Editionen: 200 CDs im A5-Digisleeve sowie 200 Vinyls, aufgeteilt in schwarzes und marmoriertes Schwarz-Grau. Digital stehen bereits zwei Tracks vorab bereit, der Rest folgt pünktlich zum Release. Wer sich vorab in die Tiefe wagen möchte, kann am 13. Mai 2026 bei der offiziellen Listening Party teilnehmen und gemeinsam mit anderen Mutigen in diesen Klangstrudel eintauchen. Mit „Utisetur I“ zeigen 'Undirheimar' eindrucksvoll, dass man für intensive musikalische Erfahrungen weder große Arrangements noch technische Spielereien braucht – manchmal reicht eine Stimme. Oder eben sechs übereinandergelegt, die dir ganz leise ins Ohr flüstern: „Du kommst hier so schnell nicht wieder ra
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