Falls du dachtest, das Jahr 2026 hätte schon genug merkwürdige Momente parat, legen ‘Flint Glass’ und ‘Ah Cama-Sotz’ gleich mal noch eine Schippe oben drauf. Ihr kommendes Album ‘The Shadow Of The Torturer’, das am 21. April 2026 via Ant-Zen erscheint, klingt nämlich exakt so, wie der Titel vermuten lässt: düster, schwer und alles andere als freundlich. Inspiriert von der Welt aus ‘The Book Of The New Sun’ von Gene Wolfe entfaltet sich hier ein Sound zwischen Dark Ambient, Industrial und cineastischer Electronica. Statt eingängiger Hooks gibt es hier vor allem Atmosphäre: kalt, ritualistisch und bewusst sperrig – also genau das Terrain, auf dem beide Projekte seit Jahren ihre Stärken ausspielen.
Das Album ist in drei Akte gegliedert und wirkt wie ein akustischer Blick in eine ferne Zukunft, in der Technologie fast schon religiöse Züge angenommen hat. Titel wie ‘The Fallen Autarch (City Hymn)’ oder ‘Biological Vestiges’ geben bereits eine Ahnung davon, wohin die Reise geht – nämlich eher Richtung Gänsehaut als Tanzfläche. Und ganz ehrlich: Die bisher veröffentlichten Hörproben haben mich schon ziemlich gepackt. Da ist diese Mischung aus kalter Maschinenästhetik und unterschwelliger, fast schon zeremonieller Spannung, die sich langsam aufbaut und dann nicht mehr loslässt. Kein schneller Effekt, sondern eher ein schleichender Sog. Wer sich auf dieses Release einlässt, bekommt eine dichte, düstere Klangwelt, die sich eher einschleicht als aufdrängt – und genau deshalb hängen bleibt. Dran bleiben!
Neues Album von ‘Flint Glass’ & ‘Ah Cama-Sotz’ steht in den Startlöchern
Converter - The Four Last Things
Ich habe mir irgendwann mal geschworen, weniger anstrengende Musik zu hören. Mehr Leichtigkeit, mehr Melodie, mehr „fühlt sich gut an“. Und dann kommt da wieder mal 'Converter' um die Ecke – und ich sitze da, nicke zustimmend zu einem Sound, der sich anfühlt wie ein Presslufthammer auf Existenzkrise. Converter ist genau dieses eine Paradox: eigentlich zu hart, zu kalt, zu kompromisslos – und trotzdem verdammt faszinierend. Vielleicht gerade deshalb. Hinter diesem akustischen Ausnahmezustand steckt mit Scott Sturgis ein Mann, der dieses Spannungsfeld seit Ende der 90er - sagen wir mal - nahezu ...
Nervosa - Slave Machine
Wenn man die Geschichte der Band 'Nervosa' verfolgt, dann war das lange eher ein wilder Ritt als ein sauber durchgeplanter Karriereweg. Gegründet in Brasilien – einem Land, das mit Bands wie Sepultura gezeigt hat, wie politisch, roh und kompromisslos Metal klingen kann – haben sich ‘Nervosa’ von Anfang an genau in dieser Tradition bewegt. Frühe Erfolge, internationale Aufmerksamkeit, dann wieder Brüche, Line-up-Wechsel, komplette Neustarts. Eine Band, die sich gefühlt mehrfach selbst zerlegt und wieder neu zusammengesetzt hat. Und genau deshalb hing über allem immer diese leise, leicht nervige...