Singles auf PIAS und EMI, sowie Touren im Vorprogramm von The Sisters Of Mercy ließen die Band Mitte der Achtziger in ihrem Heimatland schnell zu einem der hoffnungsvollsten Acts der boomenden Szene heranwachsen, bis gesundheitliche Probleme der damaligen Sängerin den internationalen Durchbruch letztlich auf tragische Weise ausbremsten und zur Auflösung der Band führten.
Das Interesse an Flesh & Fell ebbte jedoch über all die Jahre nicht ab, die Singles behielten, besonders in Belgien, Kultstatus und im Zeitalter von Youtube begann die Fanbasis stetig zu wachsen. Nachdem diverse Gig-Anfragen von Festivals folgten, entschloss sich Pierre Goudesone, der Gründer und kreative Kopf, den Faden mit neuer Sängerin Laurence Castelain genau dort aufzugreifen, wo die Gruppe damals zu einem abrupten Halt gezwungen wurde, um quasi mit fast drei Jahrzehnten Verspätung endlich das lang erwartete Debütalbum von Flesh & Fell einzuspielen und zu veröffentlichen. Musikalisch wirkt das Album immer noch so frisch und energiegeladen, wie zu den Anfangszeiten der Gruppe: ein Fest aus minimalen Electro-Grooves, rauen Gitarren und angezerrten Bässen, einer dunkel-verruchten Frauenstimme, Herz, Instinkt und viel Drum Machine! „Flesh & Fell“ setzt genau dort an, wo die Band 1985 aufgehört hat und glänzt mit einem Hit-verdächtigen Mix aus frankophiler New Wave und der dunkel angehauchten Rotzigkeit von Klassikern wie The Jesus & Mary Chain.
Im Zuge der Achtziger-Retromania klingt das nicht nur absolut passend, sondern auch hochmodern und zeigt sämtlichen jungen Epigonen, wie man es richtig macht. This ain’t retro… this is the real deal, Baby! Die wichtigste Band der belgischen New Wave ist wieder da!
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