Ein neonpinker Schriftzug, eine Trompete im Kunstlicht, dazu ein Albumtitel, der klingt wie ein Schreibfehler mit Absicht – ‘Laibach’ setzen auch 2026 wieder auf kalkulierte Irritation. „Musick“, das am 1. Mai 2026 via Mute auf Vinyl, CD und digital erscheint, ist kein nostalgischer Rückblick, sondern eine selbstbewusste Attacke auf die hyperaktive Gegenwart.
Der Titel trägt dabei eine doppelte Bedeutung in sich: musikalische Erschöpfung in Zeiten endloser digitaler Dauerbeschallung – und gleichzeitig diese fast obsessive Hingabe an Klang als antreibende Kraft. Genau in diesem Spannungsfeld bewegen sich ‘Laibach’ seit Jahrzehnten, und auch diesmal wirkt alles durchdacht, überzeichnet und herrlich ambivalent.
Produziert wurde „Musick“ im Studio der Band in Ljubljana, mit einem bewusst maximalistischen Ansatz. Stilistisch wird tief in die Trickkiste moderner Pop-Produktionen gegriffen: Eurodance-Referenzen blitzen auf, K-Pop-Ästhetik schimmert durch, dazu kommen hymnische Momente, die fast schon ironisch groß wirken – wären sie nicht so ernst gemeint. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem von Richard X, der bereits mit New Order, Goldfrapp oder M.I.A. gearbeitet hat. Das Ergebnis ist intensiv, eingängig und doch unverkennbar ‘Laibach’. Die bereits veröffentlichte Single „Allorhythm“, unterstützt von der ghanaischen Sängerin Wiyaala, demonstriert diese Gratwanderung eindrucksvoll. Tanzbarkeit trifft auf subversive Textarbeit, Algorithmus trifft auf Emotion.
Für Sammlerinnen und Sammler gibt es eine limitierte Neon-Pink-Vinyl-Edition inklusive Bonus-Sticker für 32 Euro sowie eine CD-Variante mit Sticker für 18 Euro. Wer sich also fragt, wie Pop im Jahr 2026 gleichzeitig eingängig, überladen und intellektuell sein kann, bekommt am 1. Mai eine Antwort. ‘Laibach’ liefern mit „Musick“ nicht weniger als den Soundtrack für eine Realität, die sich längst selbst parodiert – und genau deshalb so gut zu ihnen passt.
„Musick“ von ‘Laibach’: Postmoderne Pop-Provokation erscheint im Mai
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