Mit “Our Disco Is Louder Than Yours” veröffentlicht das Hamburger Duo Moonbootica sein drittes Artist-Album. Und diesmal haben es KoweSix und Tobi Tobsen wirklich spannend gemacht. Ein in jeder Beziehung sündhafter Teaser sorgte bereits im Vorfeld der Veröffentlichung für ungläubiges Staunen und grosse Erwartungen.

Zu sehen sind unglaubliche Bilder vom Rande der Gesellschaft: voll-tätowierte Danger-Seeker verlustieren sich mit ein paar gefährlichen Liebschaften in einem Setting, das sowohl Raketentreibstoff als auch Nutten-Diesel verströmt, vermischt mit einem leichten Odor von verbrannter Plastiktüte. Giftig aber unwiderstehlich. Dazu erklingt der Titel-Track - ha! Das ist nichts anderes als eine ewig anschwellende Dramatisierung, sozusagen die Fanfare. Es kann los gehen! Als wollten es Moonbootica aber noch etwas heraus zögern, dient dem ersten richtigen Track “Iconic” lediglich ein stark angeschnittenes Sample als cyber-stotternde Vocals.

Wenn “Our Disco Is Louder Than Yours” trotz aller Gegensätze wirklich, wie es die Spatzen bereits vor der der Veröffentlichung von den Dächern gepfiffen haben, viel “breitwandiger”, “fortschrittlicher” und gleichzeitig “schlüssiger” wirkt, dann liegt das vor allem daran, dass sich Moonbootica nach all den bewegten Jahren nichts mehr beweisen müssen.

Sie müssen sich nur noch selbst vertrauen, und alles wird gut. Daran lässt auch der weitere Verlauf von “Our Disco Is Louder Than Yours” keinen Zweifel. Insbesondere die Stimme von Anthony Mills aber auch Gastsänger Blockade von Whomadewho und natürlich Redman, der charmante New Yorker Rap- Rüpel, sorgen für ein Album voller persönlicher Eigenheiten, die sich am Ende zu einem erstaunlichen Ganzen verdichtet haben. Ein Pyrrhussieg. Ihre Disco war vielleicht lauter als unsere, dafür gehört dieses Album jetzt uns.

Quelle: Sony Music