'Lost In Kyiv': Post-Metal zwischen Psyche, Druckwelle und Hoffnung

Lost In Kyiv: Post-Metal zwischen...

Manchmal klingt Hoffnung nicht nach Sonnenaufgang, sondern nach Bariton-Gitarre, flackernden Synths und einem Schlagzeug, das die eigene Komfortzone höflich, aber bestimmt aus dem Fenster schiebt. Genau dort setzen 'Lost In Kyiv' mit ihrem neuen Album „We’re All Going To Be Fine“ an. Der französische Vierer veröffentlicht die Platte am 19. Juni 2026 über Pelagic Records und macht schon im Vorfeld klar: Hier wird nicht einfach Post-Rock hübsch in Breitbild gegossen, hier wird das Innenleben einmal komplett durch die Nebelmaschine der Gegenwart gejagt. Der Termin und die Tracklist mit sieben Songs werden unter anderem auch von Pelagic Records und weiteren Musikmagazinen bestätigt.

„We’re All Going To Be Fine“ beschäftigt sich mit der Spannung zwischen Hoffnung und innerem Zusammenbruch, mit mentaler Fragilität, gesellschaftlichem Druck und dem kleinen, fiesen Umstand, dass der Mensch manchmal sein eigener Endgegner ist. Als Inspiration nennt die Band unter anderem Carl Gustav Jung, dessen Stimme am Ende des Albums zu hören sein soll, sowie Filme wie „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“ und „Melancholia“. Klingt nach Therapiesitzung im IMAX-Format, nur mit mehr Verzerrung und weniger bequemen Stühlen.

Musikalisch ziehen 'Lost In Kyiv' die Schrauben hörbar an. Das neue Material soll roher, brutaler und kontrastreicher ausfallen als der Vorgänger „Rupture“ von 2022, der als letzter Langspieler der Band gilt. Gitarren bauen sich in weiten Wellen auf, Elektronik pulsiert wie ein Nervensystem unter Strom, und mit dem neuen Drummer Jérémie Legrand rückt der Rhythmus noch stärker ins Zentrum. Aufgenommen wurde erneut live mit Amaury Sauvé im The Apiary Studio – also dort, wo man offenbar aus Druck, Präzision und Kontrollverlust ziemlich elegante Monster züchten kann. Spannend ist auch der Namenswechsel: Aus 'Lost In Kiev' wird 2026 offiziell 'Lost In Kyiv'. Die Band versteht das nicht als Bruch mit der Vergangenheit, sondern als bewusst gesetztes Zeichen und als Startpunkt einer neuen Phase. „We’re All Going To Be Fine“ wirkt damit fast wie ein Neustart unter erschwerten Bedingungen: neue Schreibweise, neue Besetzung, neue Schwere, aber weiterhin dieser unverkennbare Hang zu epischen Klanglandschaften, in denen man sich verlieren kann, ohne gleich Google Maps zu bemühen.

Die Tracklist umfasst „Enlightened“, „Burst“, „Mantra“, „Eclipse“, „Becoming“, „Euphoria“ und „Liminality“. Wer also im Juni nach einem Album sucht, das gleichermaßen nach Post-Metal, elektronischer Präzision, innerem Ausnahmezustand und vorsichtigem Licht am Ende des Tunnels klingt, sollte sich diesen Termin fett markieren. Oder besser: gleich in Beton gießen.

'Lost In Kyiv': Post-Metal zwischen Psyche, Druckwelle und Hoffnung
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