Doom statt Sonnenschutz: ‘Blüdwyrm’ kommen

Doom statt Sonnenschutz: ‘Blüdwyrm’ kommen

‘Blüdwyrm’ machen keine Musik für Aperol, Hängematte und leichte Sommerbrise. Das britische Trio serviert Doom/Sludge Metal, der klingt, als hätte man einen Verstärker in einem Moor versenkt und ihn anschließend gebeten, seine Gefühle zu erklären. Am 5. Juni 2026 erscheint mit „The Blissful Sleep Of Ignorance“ die Debüt-EP der Band über Road To Masochist auf CD und Kassette. Gegründet wurde ‘Blüdwyrm’ erst 2025, doch nach vorsichtigem Herantasten klingt hier wirklich gar nichts. Das Trio aus Dorset stapft los, als hätte es schon seit Jahrzehnten im Untergrund auf diesen Moment gewartet: schwer, schmutzig, zähflüssig und mit einer Laune, bei der selbst ein Grabstein kurz die Augenbraue hebt. Der Bandname ‘Blüdwyrm’ macht direkt klar: Hier kommt kein niedlicher Fantasy-Wurm mit Glitzerflügeln, sondern ein schlecht gelaunter Schlamm-Drache, der vermutlich Electric Wizard hört und seinen Kaffee mit Graberde trinkt. Zwischen Doom, Sludge, death-infizierter Schwärze und tonnenschwerer Stoner-Schlagseite walzt sich die Band durch vier Songs, die Fans von Electric Wizard, Weedeater, Cough oder Dopethrone sofort in die gepflegte Finsternis winken dürften.

Los geht es mit „Preacher Of My Own Demise“, einem Riff-Brocken, der nicht einfach startet, sondern sich aus der Erde schiebt wie ein schlecht gelaunter Monolith mit Verstärkeranschluss. „Isolate“ kriecht anschließend durch finstere Höhlen, in denen garantiert kein WLAN funktioniert, dafür aber sehr viel existenzieller Druck herrscht. „The Vultures“ beginnt mit räudigem Groove, sackt dann immer tiefer in den Morast und bäumt sich kurz vor Schluss noch einmal mit einem Solo auf, als würde ein Geier in Lederjacke zur letzten Ehrenrunde ansetzen. Mit „Pesticides“ wird der Deckel endgültig zugeschraubt: vergiftete Riffs, wunde Vocals, taumelnde Drums und Feedback, das klingt, als würde der Sommer persönlich seine Kündigung einreichen.

Hinter diesem hübsch ungemütlichen Lärm stehen Leo Butterworth an Bass und Gesang, Alex Jones an Gitarre und FX sowie Seb Olds am Schlagzeug. Gemeinsam liefern ‘Blüdwyrm’ kein poliertes Debüt für den Sonntagskaffee, sondern eine EP, die eher nach Keller, Katharsis und kontrolliertem Einsturz riecht. „The Blissful Sleep Of Ignorance“ ist Doom/Sludge Metal mit offenen Wunden, schwerem Herzen und einem Humor, der so schwarz ist, dass selbst Krähen kurz nachfragen, ob alles okay ist. Ab dem 5. Juni 2026 wird der Sommer jedenfalls deutlich schwerer.

Doom statt Sonnenschutz: ‘Blüdwyrm’ kommen
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