Wenn das österreichische Kultlabel ‘Steinklang Industries’ ein Release anfasst, schaut die Szene erfahrungsgemäß doch nochmal etwas genauer hin. Nicht, weil dort ständig neue Trends geboren werden – sondern weil hier seit 1992 oft konsequent das gepflegt wird, was andernorts längst aus den Regalen verschwunden ist: düstere Klangkunst zwischen Industrial, Ambient, Neofolk und rituellen Soundlandschaften. Umso spannender, dass ausgerechnet „Die Kornmuhme“ von ‘Elli Riehl’ jetzt in dieses Umfeld zurückkehrt – limitiert, analog und mit genau dem Vibe, der sich eher einschleicht als aufdrängt.
Ganz neu ist das Werk allerdings nicht. Ursprünglich tauchte „Die Kornmuhme“ bereits 2020 als Teil eines Split-Releases mit ‘Mjöðr Ylgjar’ im tiefen Underground auf – damals noch ein gut verstecktes Kapitel für Eingeweihte. Zwei Jahre später, am 6. März 2022, wurde daraus ein eigenständiges Album, das sich endgültig aus dem Split-Kontext gelöst hat und seitdem sein eigenes, ziemlich eigenwilliges Leben führt. Jetzt bekommt das Ganze ein analoges Update: Das schon angesprochene Label, bekannt als Spezialist für Industrial, Ambient, Neofolk und verwandte Genres, legt „Die Kornmuhme“ neu auf. Und zwar so, wie es sich für ein Release dieser Art gehört – streng limitiert und mit einem Hauch von „wenn weg, dann weg“.
Die Kassette erscheint am 17. April 2026, handnummeriert und auf gerade einmal 50 Exemplare begrenzt. Weißes Shell, klassisches Tape-Feeling, dazu der obligatorische Download – mehr Sammler-Vibe geht kaum. Parallel dazu gab es auch eine Vinyl-Version auf 100 Stück in „Swamp Green“, die allerdings bereits vergriffen ist. Überraschung? Eher nicht. Musikalisch bleibt natürlich alles schön unbequem: ‘Elli Riehl’, von Discogs nicht ohne Grund als „The mysterious band from Austria“ bezeichnet, bewegen sich irgendwo zwischen Dark Folk, Spoken Word und einer fast rituellen Klangästhetik. Das ist keine Musik, die dich freundlich an die Hand nimmt. Eher eine, die dich mitnimmt – ob du willst oder nicht.
Was den Reiz ausmacht: „Die Kornmuhme“ wirkt nicht wie ein klassisches Album, sondern eher wie ein akustisches Relikt. Eine alte Geschichte, die sich über verschiedene Veröffentlichungen hinweg ihren Weg gebahnt hat – vom Split im Untergrund bis zur streng limitierten Kassette im Jahr 2026. Oder anders gesagt: Früher im Split-Release veröffentlicht, heute ein kleines Ritual für sich. Und wer zu lange zögert, steht am Ende allein im Feld. Ohne Tape. Und das will nun wirklich niemand.
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Limitierter Nebel: „Die Kornmuhme“ von ‘Elli Riehl’ jetzt auf Kassette