Bislang war mir die Band Lights of Euphoria vor allem aus zwei Gründen ein Begriff: zum einen durch einige wirklich gelungene Remixe für andere Acts, zum anderen durch ihren meist recht harten, cluborientierten Electro-Pop mit stark verzerrten Vocals – ein Stilmittel, das mich persönlich bislang eher auf Distanz gehalten hat. Wirklich neugierig wurde ich erst, als ein Remix von VNV Nation für Lights of Euphoria angekündigt wurde. Allein diese Kombination ließ aufhorchen. Also habe ich mir damals einen kurzen Soundschnipsel aus dem Netz geladen – und war ehrlich gesagt überrascht. War das wirklich noch dieselbe Band? Sicher, musikalisch bewegen sich Lights of Euphoria weiterhin im Bereich eines druckvollen, tanzflächenkompatiblen (Future-)Electro-Pop, doch die Vocals präsentieren sich dieses Mal unverzerrt, klarer und deutlich zugänglicher. Genau dieser Punkt sorgt dafür, dass „True Life“ sofort anders wirkt als vieles, was man zuvor von der Band kannte.
Die Maxi wartet mit gleich fünf Versionen des Titels „True Life“ auf, darunter auch der erwartungsgemäß sehr starke Remix von VNV Nation. Wie schon bei früheren Remixen – etwa für Boytronic oder DAF – fällt auch hier das lange, atmosphärische instrumentale Vorspiel auf. Dieses baut die Spannung geduldig auf, bevor der Track schließlich umso wirkungsvoller zündet. Ein typischer VNV-Move, der hervorragend funktioniert und dem Stück zusätzliche Tiefe verleiht. Ein weiterer Remix stammt vom Label-Kollegen Assemblage 23, der dem Song ebenfalls eine eigene, überzeugende Note verpasst. Insgesamt hatten es die Remixer allerdings nicht leicht, denn schon die Originalversion von „True Life“ bringt ordentlich Druck mit und überzeugt durch eine äußerst eingängige Melodie. Nicht umsonst hat genau dieser Titel Lights of Euphoria wieder einen vorderen Platz in den DAC-Charts eingebracht.
Besonders hervorzuheben ist auch der wuchtig hämmernde God Module Mix, der den Clubfaktor nochmals deutlich nach oben schraubt. Doch auch Davantage liefern mit ihrem Remix solide Arbeit ab, sodass sich keine der Versionen wie bloßes Füllmaterial anfühlt. Unterm Strich ist diese Maxi daher ihren Preis absolut wert – nicht zuletzt, weil sie unterschiedliche Facetten eines ohnehin schon starken Songs beleuchtet. Ein letztes Wort noch zu Track 4, „Fly to Target“: Hier geht es spürbar rauer zur Sache, stilistisch näher am „alten“ Sound der Band. Das sorgt zwar für Abwechslung, macht es aber gleichzeitig etwas schwierig, klare Rückschlüsse darauf zu ziehen, was uns mit dem kommenden Album „Krieg gegen Maschinen“, das am 23. Mai erscheinen soll, letztlich erwarten wird. Eines steht jedoch fest: „True Life“ macht definitiv Hoffnung – und weckt die Neugier auf das nächste Kapitel von Lights of Euphoria.
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Lights Of Euphoria - True Life
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