Ostern ist zwar schon wieder vorbei, die Schokohasen längst Geschichte und die letzten bunten Eier irgendwo im Kühlschrank vergessen – aber eine kleine, leicht verspätete Wiederauferstehung gönnen wir uns trotzdem: Unsere Kommentarfunktion ist zurück. Ja, wirklich. Kein verspäteter Aprilscherz, kein nostalgischer Rückblick, sondern bitterer Ernst mit einem kleinen Augenzwinkern. Wer schon länger bei uns mitliest, erinnert sich vielleicht noch dunkel an diese sagenumwobene Funktion. Ein Ort, an dem Meinungen aufeinanderprallten, Diskussionen eskalierten und Caps Lock häufiger zum Einsatz kam als gesunder Menschenverstand. Wir sprechen hier von einer Zeit, in der „konstruktive Kritik“ oft ungefähr so klang wie ein kaputter Verstärker auf Anschlag – laut, verzerrt und selten angenehm.
Zwischen kreativen Beleidigungen, passiv-aggressiven Textwänden, überraschend viel Wut über Dinge, die eigentlich niemandem wehtun, und Menschen, die offenbar überzeugt waren, dass drei Ausrufezeichen mehr automatisch mehr Recht bedeuten, haben wir irgendwann die Reißleine gezogen. Klick. Aus. Ruhe. Fast schon unheimlich viel Ruhe - viele Jahre lang. Und jetzt? Jetzt stehen wir hier, ein paar Jahre klüger (hoffentlich), ein bisschen mutiger (vielleicht) und mit der leisen Vermutung, dass sich da draußen irgendwas verändert haben könnte(höhö). Oder zumindest die Chance besteht, dass Diskussionen heute nicht mehr sofort im digitalen Flammeninferno enden (mal sehen). Ganz ohne Sicherheitsnetz gehen wir das Ganze aber natürlich nicht an: Die neue Kommentarfunktion wird moderiert. Ja, richtig gelesen. Wie so eine Art Türsteher im Club. Wer sich benehmen kann, darf rein. Wer meint, das hier sei ein Wettbewerb im Beleidigtsein, wird freundlich, aber bestimmt wieder nach draußen begleitet.
Aktiv ist die Funktion erstmal nur bei ausgewählten Beiträgen. Wir testen uns vorsichtig zurück in die Welt der Meinungen, Takes und gelegentlichen „Das musste jetzt mal gesagt werden“-Momente. Und ganz ehrlich: Ein kleines bisschen Nervosität ist immer noch dabei. Aber eben auch Neugier – und die Hoffnung, dass das hier diesmal funktioniert. Also: Haut in die Tasten. Diskutiert, ergänzt, widersprecht – aber bitte so, dass wir die Funktion nicht in ein paar Wochen wieder feierlich beerdigen müssen. Wir haben nämlich gerade erst angefangen, uns wieder an sie zu gewöhnen. Üben könnt ihr schon mal hier bei diesem Beitrag, weil: schlimmer als wir es früher erlebt haben, kann es eigentlich kaum werden. Also… oder?
Medienkonverter.de
Kommentare sind zurück: Auferstehung mit Verspätung
‘Samsas Traum’ – „Leitstern“: Wenn Avantgarde plötzlich ganz nahbar wird
Wenn der Name ‘Samsas Traum’ fällt, denkt man reflexartig an große Konzepte, düstere Bilder und ein kleines bisschen Wahnsinn. Doch diesmal wirkt es fast so, als hätte selbst Franz Kafka kurz innegehalten und gesagt: „Okay, das ist jetzt unerwartet persönlich.“ Mit „Leitstern“ schlagen die Band eine Richtung ein, die weniger verkopft, dafür umso direkter ins Herz trifft – und genau deshalb hängen bleibt. Gerade erst haben sich die Playlists wieder ein bisschen beruhigt, da schieben ‘Samsas Traum’ schon wieder einen Song nach der sich weigert, einfach nur nebenbei durchzulaufen. „Leitstern“, er...