Kein Kitsch, kein Filter: 'Kiki Annette' veröffentlicht „And Scene!“

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Der Frühling gibt sich derzeit Mühe, gute Laune zu verbreiten – und 'Kiki Annette' funkt dazwischen wie eine Regisseurin, die lieber Drama als Romcom dreht. Seit dem 17. April 2026 ist ihr Debütalbum „And Scene!“ via Zip Records draußen, und das Ding hat mehr Gefühlsschwankungen als ein Serienfinale um drei Uhr nachts. Die niederländische Künstlerin macht keinen Hehl daraus, worauf sie steht: große Emotionen, ein bisschen Melancholie und dieser leicht ironische Blick auf alles, was schiefgehen kann – also quasi das Gegenteil von „läuft bei mir“. Musikalisch bewegt sich das Ganze zwischen Indie-Folk, leicht düsterem Pop und einer Portion Indie-Rock, die immer dann reingrätscht, wenn es zu gemütlich wird. Klingt erstmal nach Baukasten – fühlt sich aber erstaunlich eigenständig an.

Die Vorab-Singles haben schon gut vorgelegt: „Saint“ als Einstieg, „Arrows“ als charmant-melancholischer Ohrwurm mit Hang zur Selbstsabotage. Letzterer erinnert stellenweise angenehm schräg an Kate Bush – nicht als Kopie, sondern eher so, als hätte jemand den Mut, mal wieder ungewöhnliche Songstrukturen und Instrumente auszupacken. Und ja, das funktioniert tatsächlich. Mit „Icarus“ wird’s dann ruhiger, aber nicht weniger intensiv. Der Song baut sich langsam auf, zieht einen rein und lässt einen am Ende leicht unsicher zurück – so wie ein Gespräch, bei dem man erst später merkt, was eigentlich gesagt wurde. Ganz anders „Amateur Psychology“: hier wird’s plötzlich hibbelig, lauter und ein bisschen chaotisch – im besten Sinne. Indie-Rock mit Nervosität statt Coolness.

Produziert wurde das Ganze gemeinsam mit Cameron Laing in den The Famous Gold Watch Studios in Berlin. Klingt fancy, passt aber auch: Das Album hat genau diese Mischung aus Kontrolle und leichtem Kontrollverlust, die gute Debüts ausmacht. „And Scene!“ ist aber kein Album, das dir sofort alles auf dem Silbertablett serviert. Es ist eher wie ein Film, bei dem du kurz überlegst, ob du ihn nochmal schauen solltest – und genau das ist der Punkt. 'Kiki Annette' liefert hier keinen perfekten Soundtrack für den Alltag, sondern einen, der hängen bleibt. Manchmal unbequem, oft schön und zwischendurch so treffend, dass man kurz schlucken muss.

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