Nach diversen Promo-Veröffentlichungen gibt es nun endliche die erste offizielle Maxi-CD von Imaginary Walls. Als ich das erste Mal die Presseinfo zu Imaginary Walls gelesen habe, stach mir sofort das Wort „Gothicband“ in die Augen. Eigentlich gar nicht mein Metier. Mit entsprechend geringen Erwartungen legte ich den Silberling in meine Anlage. Umso überraschter war ich dann über die mitreißenden Klänge, die sich aus den Boxen direkt in meine Ohren bohrten. Imaginary Walls ist eine schwedische Band, die 1999 von Johan und Sebastian gegründet wurde. Nachdem sich das Mitgliederkarussell einige Male gedreht hat, besteht die Band jetzt aus den zwei Gründungsmitgliedern Sebastian Wiman (Vocals, Programmierung), Johan Aman (Gitarre, Programmierung) und dem Bassisten Robin Berg. Mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren haben wir es hier mit einer sehr jungen Band zu tun, was jedoch keinerlei Schlüsse auf die Qualität der Songs zulässt. Die Vier-Track-CD ist ein klarer Beweis für das Potential des schwedischen Trios. Gleich der Eingangs- und Titeltrack „Palace of Rain“ zieht mit eingängiger Melodie und einem mitreißenden Beat den Hörer in seinen Bann. Eine dunkle, aber doch auch positive Grundstimmung, vertont durch den leidenschaftlichen Gesang Sebastians, gepaart mit melodiösem Gitarrenspiel macht den Song zu einem Ohrenschmaus. Diese Beschreibung lässt sich dann auch soweit auf die folgenden drei Tracks der MCD übertragen. Eingängige Melodien, ein Beat, der ins Blut geht, ein großartiges Bassspiel und die angenehm dunkel angehauchten Vocals überzeugen die gesamten 16 Minuten. Einen Vergleich mit den großen der Szene zu ziehen ist für mich nicht einfach, da der Gothic Bereich nicht mein Spezialgebiet ist. Bei meinem Streifzug durch das Web bin ich aber des Öfteren auf Vergleiche mit den Sisters gestoßen. Seit langem mal wieder eine Newcomerband, die mit viel Frische und Potential versucht den Markt zu erobern. Und das Ganze nicht minder erfolgreich. Das Zillo Magazin hat die MCD von „Imaginary Walls“ in hohen Tönen gelobt. Auch ich schließe mich diesen positiven Kritiken uneingeschränkt an. Die mit vier Tracks für den gebannten Zuhörer viel zu kurze CD lässt die Hoffnungen und Erwartungen auf ein bald erscheinendes Album wachsen.