Stell dir einen Club vor, irgendwann gegen fünf Uhr morgens. Die Tanzfläche ist leer, die Lichter sind aus – aber irgendwo im Hintergrund laufen die Maschinen noch weiter. Dumpfe Beats, kalte Echos, ein Rhythmus, der sich stur weigert aufzuhören. Genau diese Stimmung fängt 'Statiqbloom' auf seinem neuen Album „The Casket Nest“ ein, das am 6. März 2026 erschienen ist und Industrial Techno in seiner rohesten Form präsentiert. Das Projekt – vielen auch durch seine Zusammenarbeit mit 'Blush Response' bekannt – liefert hier sieben Tracks ab, die weniger nach klassischen Songs klingen, sondern eher nach einem langsam arbeitenden Maschinenpark irgendwo tief unter der Erde. Statt hektischem Tempo setzt 'Statiqbloom' auf Druck, Wiederholung und Atmosphäre. Die Beats wirken wie schwere Kolben, die sich stoisch bewegen, während sich darüber dunkle Klangschichten stapeln.
Schon der Opener „Spectrum in the Thread of a Spider's Web“ baut eine unheilvolle Spannung auf, die sich langsam und fast bedrohlich entfaltet. „A Knife from Above“ schiebt das Ganze noch tiefer in verzerrte Industrial-Gefilde, mit Vocals, die eher wie eine Stimme aus dem Nebel wirken als wie klassischer Gesang. Mit „Second Sight“ wird der Rhythmus greifbarer – ein Track, der durchaus das Potenzial hat, auch auf düsteren Clubnächten für Bewegung zu sorgen. Besonders interessant wird es bei „Salt the Flower“, das sich fast ritualhaft anfühlt und mehr Atmosphäre als offensiven Beat liefert. „Into the Depths“ bringt danach wieder mehr Struktur ins Spiel und sorgt für einen deutlich körperlicheren Rhythmus. Die instrumentale Version von „Salt the Flower“ legt anschließend das Klanggerüst frei, bevor „Apparitions“ das Album mit hypnotischer Konsequenz beschließt.
Veröffentlicht wurde „The Casket Nest“ ... na klar, über Hands und erscheint sowohl digital als auch als limitierte Vinyl-Edition auf steel grey Vinyl, streng begrenzt auf 300 Exemplare. Ein Format, das ziemlich gut zu dieser Musik passt: kühl, schwer und ein bisschen unnachgiebig. Kurz gesagt: Wer Industrial Techno lieber roh, düster und körperlich spürt statt geschniegelt und clubtauglich serviert zu bekommen, dürfte bei 'Statiqbloom' gerade ziemlich gut aufgehoben sein. Hier wird nicht dekoriert – hier wird gebaut. Aus Stahl, Nebel und ordentlich Druck.
Hypnotischer Industrial Techno: 'Statiqbloom' öffnet „The Casket Nest“
Industrial-Ritual aus Japan: ‘Grim – Folk Music’ erscheint 2026 erneut auf Vinyl
Manchmal tauchen plötzlich Releases auf, bei denen man kurz blinzeln muss. Folk-Musik? Wirklich? Wer bei diesem Wort an Akustikgitarre, Lagerfeuer und Menschen mit Wollpulli denkt, liegt bei ‘GRIM’ ungefähr so richtig wie bei einer Death-Metal-Party im Seniorenheim. Denn hinter ‘GRIM’ steckt das japanische Industrial-Projekt von Jun Konagaya – und dessen Album ‘Folk Music’ ist alles andere als gemütliche Sonntagsmusik. Das Werk stammt ursprünglich aus den späten 80ern und gilt heute als kleine Kultperle der experimentellen Industrial- und Noise-Szene. Statt sanfter Melodien gibt es hier rituel...
Knight$ - Supernatural Lover
Wie doch die Zeit vergeht... fühlt es sich nicht wirklich wie sieben Jahre an, seit das Debutalbum "Dollars & Cents" von Knights erschienen ist, wird einem nun aber doch bewusst, dass zwischen erstem und zweiten Album eben stolze sieben Lenze liegen. Das merkt man zum einen am Datum, zum anderen aber auch, dass teils deutliche musikalische Sprünge zwischen den beiden Alben liegen. Ok, fairerweise nicht bei allen Tracks, denn im Vordergrund steht natürlich noch immer kraftvoll melodischer "Britalo"-Sound, also "British Italo"-Disco - ein Genre, das Knights damals eingeläutet haben.Gleich der Op...