Nach dem Debut von „Bleibt das immer so“ haben sich Gleis 8 erst einmal Zeit gegeben, bevor sie wieder ins Studio gegangen sind. Sie haben getourt, sind als Band gewachsen und haben sich dann auch wieder ans Schreiben und Aufnehmen neuer Songs gemacht. „Endlich“ heißt das Ergebnis und beinhaltet zwölf deutschsprachige Lieder, welche – das kann man vorwegnehmen – den musikalischen Weg des Vorgängeralbums fortführen. Thematisch ist sich die Band treu geblieben: Es geht um die großen und kleinen Gefühle, das Ende von Dingen und Neuanfänge. Das Scheitern, Aufgeben und das Irgendwie-frei-machen und sich selbst (wieder) finden. Themen, mit denen sich die Bandmitglieder auch innerhalb der Gruppe konfrontiert sahen. Zwei Mitglieder gaben bekannt, dass sie an Krebs erkrankt sind. Mitbegründer Lorenz Allacher starb vor Beginn der neuen Aufnahmen. „Endlich“ ist mehrdeutig. Es beschreibt die Freude auf Etwas, das endlich da ist oder passiert. Endlich ist auch eine Feststellung, dass ein Leben, eine Beziehung oder ein Zustand nicht anhält. Für letzteres stehen unter anderem die Songs „Alles auf Anfang“, „Vorbei“, „Kein Zuhaus“ oder „Herz aus“. Emotionale Popsongs mit einer Stimme, die man wiedererkennt. Lieder, wie sie im Radio gut gespielt werden können, die aber über ein „solide“ nicht wirklich hinauskommen. Zu wenig musikalische Abwechslung, zu austauschbar die Texte. Und das Rammstein-Cover zu „Engel“? Kann man machen, muss man aber nicht. Er schadet dem Album nicht, ist aber auch kein Zugewinn. Für Fans ist dieses Album empfehlenswert.