Deshalb haben wir uns beim Medienkonverter entschlossen, dieses Thema, hoffentlich halbwegs objektiv aufzugreifen und damit den braven Käufer von CDs nicht im Dunklen zu lassen. Genau, worauf ich hinaus will ist, dass in den letzten Wochen ein Fall aufgedeckt wurde, bei dem die kopierregulierende Software zum Abspielen der CD auf dem heimischen PC dem Kunden noch ein paar kostenlose ‚Extras’ auf den Rechner gemogelt hat, die einschlägige Geheimdienste nicht besser hätten hinbekommen können. Dabei handelt es sich um BMG/Sony CDs, die angeblich bisher nur in den Staaten hergestellt wurden und so höchstens als Import nach Deutschland gelangt sind.
Bei der Installation der mitgelieferten Player-Software XCP der Firma ‚First 4 Internet’, die sich freundlicherweise schon mal nicht mehr deinstallieren läßt, werden scheinbar zusätzliche Programme installiert, die der Funktion eines Root-Kits gleichkommen, das heißt, die ein Stück weit das System übernehmen und versteckte Routinen ausführen. Als Konsequenz sind dabei angeblich Dateien bei der Einwahl ins Internet an die Firma der Software gesendet worden, ohne dass der Nutzer dies mitbekommen hat. Neben der IP-Adresse wurden dabei auch Daten über die eingelegten CDs übermittelt. Bzgl. der geltenden Gesetze zum Datenschutz geht so was natürlich gar nicht, denn der Kunde wird nicht über diese Funktionalität informiert, geschweige denn um Einwilligung gebeten. Und als ob dies noch nicht genug wäre, macht die Software den Rechner wahrscheinlich anfällig gegen Angriffe aus dem Internet, von denen die ersten angeblich bereits existieren. Da das Kopierschutzprogramm Dateien in einem bestimmten Format zur Übermittlung anlegt und diese im System versteckt, versuchen Angreifer nun Schadroutinen in genau solchen Dateiformaten zu erzeugen und für den Nutzer unsichtbar auf dem System abzulegen. Was kann der CD-Konsument nun also tun? Nachdem Sony/BMG bezüglich dieses Sachverhalts in die Kritik geraten ist, wurde zumindest ein Deinstallationsprogramm veröffentlicht, mit dem die beschriebene Software wieder deinstalliert werden kann. Diese ist allerdings nur per E-Mail bei Sony/BMG zu beziehen. Ist natürlich auch schon wieder ein Stück weit bedenklich bzgl. des Datenschutzes, aber wozu gibt es all die Free-Mailer, bei denen man in Sekundenschnelle einen neuen Account bekommt… Zum Schluß möchte ich noch einmal hervorheben, dass sich dieser Artikel nicht gegen Digital Rights Management im Allgemeinen richtet, sondern vielmehr die wirklich unpassenden Ansätze, wie oben beschrieben, anprangert. Denn was zu viel ist, ist zu viel! Schließlich sollte der Kunde der König und nicht der Feind sein… Technische Details zum Thema kann man auf der Homepage von Mark Russinovich finden, der diesen Sachverhalt aufdeckte. Informationen zum Stand der Dinge und wie man denn an die Deinstallationsroutine kommt, erhält man auf www.heise.de in den folgenden Artikeln: Sony BMGs CD-Player-Software telefoniert nach Hause
Erste Trittbrettfahrer auf Sony BMGs Kopierschutz-Rootkit
Uninstaller für Sony BMGs Kopierschutz-Rootkit
Sony BMGs Kopierschutz mit Rootkit-Funktionen
Sony BMG: Kopierschutzpläne für Deutschland
Für eine konstruktive (!) Diskussion des Themas sei an dieser Stelle auf unser internes Forum verwiesen, da ‚news’ leider nicht kommentiert werden können.