Manchmal reichen schon drei Tracks, um komplett abzutauchen. ‘Freakangel’ beweisen genau das mit ihrer frisch veröffentlichten „Control EP“ – kompakt, intensiv und ziemlich kompromisslos, ohne auch nur eine Sekunde zu viel zu verschwenden. Mit dem titelgebenden Opener „Control“, gefolgt von „Death Bloom“ und „Suicidal (Break The Cycle)“, verdichtet das estnische Electro-Industrial-Projekt seine düstere Erzählung zu einem finalen Dreiklang. Statt losem Songpaket gibt’s hier eine klar durchdachte Dramaturgie: vom langsamen, beklemmenden Einstieg über bittersüße Selbstzerlegung bis hin zum explosiven Befreiungsschlag.
„Control“ zieht dabei direkt hinein in einen hypnotischen Strudel aus düsteren Soundflächen, getragen von fragilen weiblichen Vocals und der intensiven Präsenz von Dmitry Darling, die sich wie ein roter Faden durch den Track zieht. „Death Bloom“ setzt emotional nach, schön und kaputt zugleich, mit dieser unangenehmen Ehrlichkeit, die sich erst leise anschleicht und dann festsetzt. Bevor „Suicidal (Break The Cycle)“ am Ende alles rauslässt – laut, wütend, kathartisch und mit genau der Energie, die man nach dieser Reise irgendwie auch braucht.
Unterm Strich ist die „Control EP“ mehr als nur ein kurzes Release – sie wirkt wie ein bewusst gesetzter Schlusspunkt mit Nachhall. Und während man noch versucht, das Ganze irgendwie zu verdauen, steht schon fest: Danach geht’s für ‘Freakangel’ wieder zurück zu härteren elektro Wurzeln. Weniger Kontrolle, mehr Druck. Klingt nach einem ziemlich guten Plan.