Nun, da sich das Musikjahr 2025 schon langsam dem Ende zuneigt und sich die Szene fast schon halb im Jahresrückblick und halb im Lebkuchen-Koma befindet, setzt Transcending Obscurity Records noch einen dunklen Schlusspunkt: Am 5. Dezember 2025 erscheint nämlich das selbstbetitelte Debütalbum von Death Obvious – ein Werk, das klingt, als hätten sich Black-, Death- und Doom-Metal auf einer nächtlichen Waldlichtung gegenseitig beschworen.
Das finnische Duo, bestehend aus Lea Lavey (Vocals) und Sima Sioux (spielt alles andere – wirklich alles), erschafft eine Klangwelt, die zwischen ekstatischer Raserei und schwerer Düsternis pendelt. Nichts daran wirkt kalkuliert, vielmehr scheint sich das Chaos organisch zu entfalten – ein Strudel aus Blastbeats, finsterem Flüstern und schleppender Verzweiflung. Man ahnt, dass hier keine Schule, kein Subgenre, kein Regelbuch gilt. Nur Instinkt. Und der ist bei Death Obvious tiefschwarz. Die Songs klingen wie Expeditionen durch Schwärze und Schwefel, unvorhersehbar, manchmal verstörend, aber immer hypnotisch. Wer sich auf diese Reise begibt, hört, wie monströse Stimmen auftauchen, verschwinden und sich im Hall der Leere verlieren. Ein Sound, der sich nicht sofort erschließt, aber mit jeder Wiederholung stärker fesselt – wie ein Albtraum, den man heimlich weiterträumt.
Labelchef Kunal beschreibt das Album als „notwendige Wiederbelebung“, und tatsächlich fühlt sich dieses Debüt weniger nach Geburt als nach Auferstehung an. Hier wird nichts beschönigt, nichts geglättet, sondern roh, intuitiv und mit einer fast spirituellen Intensität hantiert. Ein bemerkenswertes Debüt, das sich irgendwo zwischen Wahnsinn und Erleuchtung einbrennt – und das Jahr 2025 mit einem lauten, finsteren Knall beendet.
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