Im ganzen Strudel des 80er-Jahre-Revivals fällt es fast schwer, den Überblick zu behalten, wer sich wieder alles zu Wort meldet. Eine der angesagtesten Pop-Bands aus dieser Zeit bringt nun noch einmal, nach 1992, ein Best-Of-Album heraus: Erasure. Sechzehn Jahre sind vergangen, seit Andy Bell und Vince Clark ihre erste Single "Who Needs Love Like That" veröffentlicht haben. Anfangs noch schief belächelt, wurde das Duo bald zum Selbstläufer und eroberte sehr bald sämtliche Radiosender und die heimischen Plattenspieler. Während Vince Clark (Depeche Mode, Yazoo) schon immer der eher zurückhaltende Part bei Erasure war, mauserte sich Andy Bell immer mehr zur schrillen und schillernden Galionsfigur der Band. Mit eingängigen Melodien, tanzbaren Rhythmus und nicht zuletzt mit Andys Stimme stürmten Erasure die Charts, ohne jedoch den Superstar-Olymp zu erklimmen. Vielen war das für damalige Verhältnisse doch recht eigenwillige Auftreten der beiden zu bizarr. Unvergessen sind beispielsweise die ABBA-Cover "Voulez Vouz", "Take A Chance On Me" und "Lay All Your Love On Me", in deren Videos Bell und Clark als Agneta und Frida durchs Bild stapfen. "Hits! The Very Best Of Erasure" beinhaltet viele der großen Erfolge des Duos und eignet sich somit auch für Neulinge. Leider fehlen aber auch einige Hits, wie etwa "Drama!", "The Circus" und die bereits erwähnte erste Single "Who Needs Love Like That". Davon abgesehen bietet das Album aber einen guten Überblick über das Schaffen Erasures, inklusive neueren Stücken wie "Solsbury Hill" vom Album "Other People's Songs", "Freedom" vom Album "Loveboat" oder dem bisher unveröffentlichten August-Mix von "Oh L'Amour". Es lässt sich natürlich darüber streiten, ob die Songauswahl so perfekt getroffen ist. Das Best-Of-Album erschien auch als Limited Edition, die aus der regulären CD plus Bonus CD mit einem Megamix verschiedener Titel besteht. Daneben gibt es außerdem noch eine DVD mit sämtlichen Videos der Band sowie zwei Stunden Bonusmaterial. Genug Stoff also, um sich die volle Erasure-Dröhnung zu verpassen.
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