Rohen, rotzigen Indie-Rock mit deutschen Texten schenken uns ELKE auf Ihrer ersten EP ‚Adrenalin’. Obwohl solche Musik in letzter Zeit eher ein Randgruppendasein in meinem CD-Player führt sage ich: Danke dafür! So muss das klingen wenn drei Kerls Musik machen um krachenden Spaß zu verbreiten. Mag zwar abgedroschen klingen, aber wo Olaf Opal produziert, kommt doch erstaunlicherweise immer was Gutes bei raus; zumindest ist mir kein offensichtliches Gegenbeispiel bekannt. Die Refrain-Zeile ‚Mir ist so schwindlig, mein Herz schlägt 180 im Stehen’ drückt ganz gut aus, was ‚Adrenalin’ an Dynamik herüberbringt. Nicht umsonst hat man sich diesen Song als Single ausgesucht. Berührungsängste zum Thema Elektronik werden von vorneherein abgebaut, wie der Dolly Donde Remix des Titelstücks beweist. Eher getragen fängt diese Version an, bevor die verzerrten Gitarren im Refrain dazu einladen, den Kopf heftigst auf und ab zu werfen. Tiefe elektronische Bässe und hall-dominierter Background-Gesang tun das Übrige um diese gänzlich andere Version von der Qualität her mit dem Original auf eine Stufe zu stellen. Eine ähnlich geballte Ladung Energie liefern die drei Herrn mit ‚Wilder Westen’ ab. Sägende Gitarren gepaart mit Mundharmonika und rauem Gesang zeigen, dass man die essentielle Aussage eines Songs auch in zwei Minuten packen kann. Etwas melodischer und damit entspannter aber keinesfalls ruhig präsentieren sich ‚Schutzengel’ und ‚Ich bin für Dich da’. Trotz der eher geschrieenen Vocals kann man hier von mitreißenden Melodien sprechen. Ergänzt wird die EP durch das Video zu Adrenalin und eine kurze Doku im Multimedia-Teil. ELKE, das sind schon drei coole Säue, die es bestens verstehen das Publikum in alter Rocker-Manier über die Dauer einer Stunde live bei der Stange zu halten und sich nicht scheuen, dabei auch schon mal mitten im Song Bass und Gitarre untereinander auszutauschen. Dass die Musik live mindestens genauso gut funktioniert wie auf Tonträger, sollte inzwischen mehr als klar sein. Gekonnt unterscheiden sich ELKE dabei von den deutschen Proll-Rockern und auch von denen, die uns mit Ihrem Betroffenheits-Rock und sozial-kritischen Texten auf den Senkel gehen. Spaß an der Musik ist hier wirklich der treibende Faktor. Na dann: alles ELKE!