Wenn die Nacht ruft und die Flammen den Horizont verschlingen, wenn Trommeln wie Herzschläge eines uralten Wesens dröhnen und Stimmen aus der Dunkelheit flüstern, dann hat 'Kaverna' sein Werk vollbracht. 'Un Monolito en llamas quiebra el Horizonte' ist kein gewöhnliches Album – es ist ein Ritual, ein Sog, eine Beschwörung, die tief in den Nebeln der Serra de Collserola wurzelt. Das Trio aus Barcelona, bestehend aus Mitgliedern von Àrnica, Dayofwrath und Atrexial, vereint archaischen Folk mit hypnotischen Rhythmen und einem Hauch ritueller Industrial-Schärfe. Wer sich darauf einlässt, wird nicht nur Musik hören, sondern in ein brennendes Mysterium eintauchen.
Die Reise beginnt mit Desde La Caverna Hacia Un Cielo Abierto – ein Auftakt wie das Verlassen einer finsteren Höhle, bei dem das Licht nicht willkommen, sondern grell und alles verzehrend ist. Candelas De Mayo Sobre El Cerro Alto bringt einen trancehaften Puls mit sich, der sich mit pochenden Trommeln und raunenden Stimmen zu einem ekstatischen Ritual steigert. Oscuros Danzantes führt die Schatten in einen düsteren Tanz, das Feuer knistert, während der Kreis der Beschwörer enger wird.
Dann aber bricht das Licht hervor: Los Pozos Rebosan Luz strahlt in wärmenden, hymnischen Wellen aus der Tiefe empor, als hätte das Ritual die Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits durchbrochen. Schließlich erhebt sich Tras El Vuelo Del Cisne De Sangre, ein Finale von apokalyptischer Wucht – als würde ein flammender Schwan über die Welt hinwegziehen und eine neue Ordnung aus seiner Asche entstehen lassen.
Mit einer Laufzeit von 34:52 Minuten und einer limitierten Auflage von nur 300 Digisleeves ist Un Monolito en llamas quiebra el Horizonte ein Album für jene, die bereit sind, sich dem rituellen Feuer hinzugeben. Es lodert, es knistert, es reißt mit – und wenn die letzten Töne verklingen, bleibt nur die Frage: Bist du noch derselbe, der du warst, bevor du es gehört hast?
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