Heute ist einer dieser Tage, an denen ein Song nicht einfach erscheint, sondern die Raumtemperatur verändert. „Platinum (Saint Etienne Rework)“ von ‘Penelope Trappes’ fühlt sich genau so an als würde jemand den Puls minimal verlangsamen und gleichzeitig alles um dich herum leicht verschieben. Das ist ein Track der sich Zeit nimmt, dich einzuwickeln, während du noch glaubst, du hättest die Kontrolle. Mit genau diesem Stück liefert ‘Penelope Trappes’ heute den ersten Vorboten ihres kommenden Remix-Albums – und der macht ziemlich schnell klar, dass hier nicht einfach nur ein paar Spuren neu sortiert wurden. Saint Etienne nehmen sich „Platinum“ vor wie ein sensibles Klangobjekt und drehen es vorsichtig, fast ehrfürchtig, in eine neue Richtung.
Das Londoner Trio bringt seine unverkennbare Mischung aus elektronischer Leichtigkeit und popkulturellem Feingefühl ein – allerdings ohne dabei in Richtung „leichter Konsum“ abzudriften. Stattdessen entsteht ein schwebender, beinahe hypnotischer Track, der sich langsam entfaltet und dabei permanent diese feine Spannung hält: zwischen Loslassen und Festhalten, zwischen Ruhe und unterschwelliger Unruhe. Gerade dieser Balanceakt ist es, der den Rework so stark macht. Während das Original aus „A Requiem“ eher introvertiert und ritualistisch wirkte, öffnen Saint Etienne den Song behutsam nach außen. Die melodischen Elemente treten stärker hervor, die Struktur wirkt greifbarer – und trotzdem bleibt diese eigentümliche Schwere erhalten, die ‘Penelope Trappes’ so einzigartig macht. Ein Remix, der nichts kaputtmacht, sondern genau versteht, wo er ansetzen muss.
Die Single ist gleichzeitig der Auftakt zu „Opvs Novum: A Requiem Reworked“, das am 29. Mai 2026 über One Little Independent (Vertrieb: Bertus Musikvertrieb) erscheinen wird. Mit Beiträgen von Julia Holter, Gazelle Twin oder Klara Lewis deutet sich schon jetzt an, dass dieses Projekt deutlich mehr sein will als eine klassische Remix-Sammlung. Wenn dieser erste Eindruck nicht täuscht, dann erwartet uns hier kein „Bonusmaterial“, sondern ein echtes zweites Kapitel – eines, das dem Original nicht hinterherläuft, sondern es erweitert, verschiebt und vielleicht sogar ein kleines Stück neu erfindet.
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