Broken Pinion - Spare Parts (I)

Broken Pinion - Spare Parts...

Es ist nicht immer leicht, eine Band und ihr Werk in eine feste Schublade zu stecken. Bei Broken Pinion fällt das ganz besonders schwer – und das ist auch gut so. Das Marburger Quintett beweist auf seiner ersten EP mit fünf Songs und einem gewaltigen Intro eindrucksvoll, wie breit das eigene musikalische Spektrum ist. Sich selbst einordnen wollen die fünf Musiker scheinbar auch gar nicht: Auf ihrem Bandcamp-Profil jonglieren sie mit Begriffen wie Gothic Metal, Hard Rock, Alternative Metal, Rock 'n' Roll und Heavy Metal. Für meine Ohren blitzt da aber noch etwas anderes durch: Die Punk-Einflüsse lassen sich vor allem bei Tracks wie „Ambrosia“ oder „Lost Paradise“ keineswegs von der Hand weisen. Dass es sich bei den Stücken um bloße „Ersatzteile“ handelt – wie der Titel der EP Spare Parts (I) vermuten lassen könnte –, mag man angesichts der hohen Qualität des Songwritings jedenfalls kaum glauben. 

Mit dem Intro beginnt für den Hörer eine kurzweilige Reise durch die handgemachten Klänge der Hessen. Während der Einstieg noch mystisch anmutet, zeigt sich die Band schon beim zweiten Track „Drop by Drop“ von ihrer harten Seite. Wer beim anschließenden „Ambrosia“ dann noch stillsitzen kann, dem ist wohl nicht mehr zu helfen – die Nummer lädt sofort zum kollektiven Headbangen ein. „Lost Paradise“ wiederum bündelt die gesamte Bandbreite dieser facettenreichen Truppe: Harte Growls und der Klargesang von Frontmann Alex wechseln sich ab und sorgen für extrem spannende Tempowechsel. Dabei fällt auf, dass die Stimme in den klaren Passagen verblüffend stark an Eddie Vedder von Pearl Jam erinnert. Sanftere Töne schlägt die Band bei „Wind“ an. Auch hier ist die Ähnlichkeit zum typischen Grunge-Klang von Pearl Jam unverkennbar: Sanft wie der Wind schwebt die Melodie über dem zurückhaltenden Gesang und verleiht dem Stück einen wunderschön ruhigen Charakter. Beim finalen Track der EP ist dieser Vergleich dann allerdings wieder hinfällig: „No Future, No Worries“ bricht komplett aus und zeigt noch einmal eine völlig andere, ungestüme Seite der Marburger. 

Gegründet im Jahr 2021, formierten sich Broken Pinion zwei Jahre später zu ihrer heutigen Besetzung, nachdem Gitarrist Michael das Line-up komplettierte. Nun liegt mit Spare Parts (I) die erste EP vor, auf der die Kombo sowohl ältere Kompositionen als auch brandneue Songs in kompletter Eigenregie veröffentlicht hat. Dabei wirkt das Werk keinesfalls amateurhaft, sondern liefert fetten, handgemachten Rocksound, der garantiert nicht nur auf Festivals für großartige Stimmung sorgen wird. Live-Erfahrung bringen die Jungs jedenfalls reichlich mit, und auch für dieses Jahr sind bereits einige Shows angekündigt. Wer die Band live erleben möchte, findet auf ihrer Instagram-Seite alle Infos zu den bevorstehenden Gigs. 

Tracklist Spare Parts (I) 

01. Under The Surface (Intro)
02. Drop By Drop
03. Ambrosia
04. Lost Paradise
05. Wind
06. No Future, No Worries

Broken Pinion - Spare Parts (I)
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